Review

Wenn ich für jeden gesehenen Film, der sich seine Bewertung in der letzten halben Stunde Laufzeit versaut, 10 Cent bekommen würde, dann wär ich wohl ein reicher Mann. Auch "The last Marshal" gehört zu diesen Filmen, die relativ stark anfangen, im Mittelteil plötzlich an Tempo verlieren und nach einem vergeigten Schlusspurt grade noch so als Durchschnitt ins Ziel kommen.

Wie also gesagt: am Anfang beginnt alles ganz vielversprechend: die Action stimmt und das Drehbuch verzichtet sogar auf ein paar Stereotypen. Scott Glenn gibt zunächst einen wunderbar eigenwilligen Cop ab: hart, zynisch, rassistisch und absolut unsympathisch! Letztere Eigenschaft ist eine, die zwar fast alle Actionhelden "auszeichnet" - nur mit dem Unterschied, dass McClary hier auch unsympathisch sein soll, während andere Actionhelden-Kotzbrocken dem Zuschauer zumeist als Sympathieträger aufgetischt werden... So weit, so gut also. Die Hauptfigur könnte man zu Beginn durchaus mit einem Dirty Harry vergleichen. Wäre da nicht seine furchtbar unglaubwürdige Charakterwendung im Mittelteil bzw. Ende des Films, als sich McClary plötzlich (leider wie zu erwarten) zum Menschenfreund wandelt - und das alles viel zu einfach! Dabei war gerade dieser Anti-Held das große Plus des Films!
Denn das Drehbuch strotzt nunmal nicht grade vor Originalität, da wird eigentlich nur aus dem Standard-Actionfilm-Baukasten zusammengebastelt. Und trotzdem hat man das Gefühl, als hätte nach ca. 1 Stunde ein anderer Autor am Drehbuch weitergeschrieben - denn da folgt dann die plötzliche Wandlung der Hauptperson. Der Gipfel der Peinlichkeit wird dann erreicht, als sich die Polizistin natürlich auch noch in den alten Knacker McClary verknallt - wie hirnverbrannt muss man als Autor eigentlich sein, um so was einzubauen!!?? Das ist unlogisch, klischeehaft und einfach nur dämlich! Abgesehen davon gibt ihr McClary nun wirklich keinen einzigen Grund dafür, ihn plötzlich anzuschmachten...
Was mich aber zu den Nebendarstellern bringt: die machen ihre Sache eigentlich alle ganz ordentlich, ohne dabei zu glänzen (was das Drehbuch auch gar nicht zulassen würde). Wie eingangs erwähnt, passt auch die Action - nur eben im Finale schwächeln auch diese Szenen ordentlich (die Motorboot-Motorrad-Verfolgung ist eher lachhaft).

Wieder mal also das Fazit: ein Film, der dank eines extrem schwachen Finishs nicht übern Durchschnitt hinauskommt, durchaus aber Potential für mehr gehabt hätte.

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