Dumme, weiße Großstädter werden im Dschungel von dreckigen, strubbeligen, „Ugha! Ugha!“ plärrenden Eingeboren zu Guacamole verarbeitet…
Ich mag Kannibalenfilme. Da muss man nicht viel nachdenken. Da gibt’s immer ein paar doofe Weiße, die’s aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen ins Amazonasgebiet verschlägt (hier: die Suche nach einer verschwundenen Schwester, die sich einer Hare Krishna-Harakiri-Sekte angeschlossen hat).
Dann gibt’s da außerdem die meist nackt durchn Busch hüpfenden Bilderbuch-Eingeborenen – ganz stilecht mit Lehmhütte, Bambusspeer und Hängetitten ausgestattet –, die sich ausschließlich von Menschenfleisch und von vom Aussterben bedrohten Tierarten ernähren (Diese Schweine!).
Dann bricht immer ein Konflikt zwischen Weißen und Eingeborenen aus oder die Weißen zerfleischen sich selbst oder es wird halt einfach Zeit für ein bisschen Gekröse, was zur Folge hat, dass die Weißen zu Fuß die Flucht aus dem Dschungel antreten (Haha, zu Fuß...), wobei dann immer ein Großteil draufgeht.
Das läuft fast immer so ab. Aber genug gesabbelt, lieber zu interessanteren Fakten:
Der Body Count:
- ca. 5 Eingeborene
- ca. 3 Weiße
- ca. 8 Schlangen
- 1 Affe
- 1 Krokodil
- 1 Leguan
- 1 Bussard
Mal wieder müssen mehr Tiere als Menschen ihr Leben lassen, diese im Gegensatz zu den Darstellern aber wirklich. Ein weiterer, die Meinungen spaltender Bestandteil eines waschechten Kannibalenfilmes nämlich: *Tiersnuff!*
Hier zerdrückt eine Würgeschlange ein kleines Äffchen, da raufen sich Marder und Kobra zu Tode und dort wird der gute, alte „Kroko Doc“ von Eingeborenen zur Handtasche verarbeitet.
Ziemlich bestialisch, abstoßend und relativ sinnfrei im Film untergebracht, wird von den Weißen aber stets mit den Worten „Ja ja, das ist halt das Gesetz des Dschungels!“ kommentiert.
Muss jeder selber wissen, wie er mit so was umgeht…
Der nicht an Tieren verübte Gore:
- 1x Arm ab
- 1x Ohr ab
- 1x Schwanz ab
- 1x Titte ab
- 1x Gedärme raus
- 3x Kopf ab
Der Plot plänkelt recht gemütlich vor sich hin, es blitzen immer wieder gut über den ganzen Film verteilt ein paar harte Splattermomente auf, der wirklich krude Gore erwartet einen aber stets im Finale, wie auch hier, wo zwei Frauen von einem Rudel Eingeborener wie Vieh zerfleischt und ausgenommen werden, was in einem riesigen Kannibalenfestschmaus endet.
Also wirklich, wirklich verdammt harte Kost, der Streifen hier. Allerdings steht „Lebendig gefressen“ doch deutlich im Schatten seines kleinen Bruders „Make them die slowly“ (ebenfalls von Lenzi), in dem’s zum Schluss fast noch ein bisschen krasser zugeht.
Unterscheiden tut sich „Eaten alive“ von anderen Kannibalenfilmen dadurch, dass hier die Eingeborenen einfach kompromisslos die Bösen sind, die ausschließlich darauf aus sind, nackt, mit irgendwelchen lächerlichen Drohgebärden verziert durchn Busch zu springen, „Ugha! Ugha!“ zu schreien und die Weißen umzubringen und aufzufressen.
In manch anderem Kannibalenfilm wie „Make them die slowly“ oder „Cannibal Holocaust“ wurden die Buschbewohner wenigstens noch mit ein bisschen Charakter und Menschlichkeit ausgestattet. Hier im Gegensatz sind sie halt einfach die bösen, dummen, zurückgebliebenen Wilden. Ziemlich menschenverachtend und fast schon als rassistisch einzustufen, aber wenn man da anfängt nachzugrübeln, sitzt man morgen noch da…
Ganz klarer Vorteil zu seinen Genre-Kollegen aber: Die Weiber sind geiler! :-)
„Sergeant, ich muss sofort mit Guinea sprechen! …Nein, das ist nicht die kleine Schwarze aus der Kantine. Das ist ein scheiß Ort, wo Kannibalen leben!!!“
Fazit:
Neben „Make them die slowly“ und „Nackt unter Kannibalen“ einer meiner liebsten Vertreter des zu Recht als übelster Dreck verschriehenen Kannibalen-Genres.
Ich weiß, Fußball spielen können sie nicht, aber in Punkto erstklassiger Zombie- und Kannibalenware waren die Italiener mal wirklich Weltklasse.