Es freut mich zwar immer, wenn ich einen „jungfräulichen“ Film hier finde, d.h. einen ohne Besprechung und sogar ohne Bewertung, aber nicht immer verheißt dies Qualität. Wenn in einem Film Marisa Mell und Gina Lollobrigida mitwirken, ist es aber geradezu verdächtig.
Zunächst etwas ausführlicher zum Inhalt: Johnny (Robert Viharo), ein attraktiver junger Stuntman, ist hinter der mehrfach geschiedenen und dadurch zu Reichtum gelangten Evelyn Lake (Gina Lollobrigida) her, die ihm den Rat gibt, erst selbst durch Heirat zu Reichtum zu gelangen, bevor er eine Chance bei ihr hat. Evelyn heiratet den alten, im Rohlstuhl sitzenden Millionär Eisenstein, Johnny besucht die Hochzeit und Evelyn versucht ihn mit einer älteren, reichen und deutschen Dame, Helen Bemberg, zu verkuppeln. Aufgrund seiner Geldprobleme läßt er sich zunächst darauf ein und stellt ihr nach. Seine übliche Masche, mit Selbstmord zu drohen, führt zu einer überraschenden Wendung. Er steht auf dem Fensterbrett von Bembergs Wohnung und droht, sich in die Tiefe zu stürzen, da erblickt er Gloria (Marisa Mell) – tatsächlich der erste Lichtblick des Films – und ist hingerissen. Gloria führt ihm einen aufreizenden Striptease vor und lockt ihn so zu ihrer Wohnung. Es zeigt sich, daß Johnny seinen Balanceakt auf dem Fensterbrett nicht ohne Seilsicherung unternimmt. Anstatt vor Schreck abzustürzen, gelangt er wohlbehalten in Glorias Bett. Gloria ist in einer Gaunerbande involviert, die es auf eine mehr als kostbare indische Vishnu-Statuette abgesehen hat, die ausgestellt gewesen ist. Der Stuntman wird zum Transport der Tasche mißbraucht, in der sich die Statuette befinden soll, als er diese jedoch abliefern soll, ist diese verschwunden. Um ihn zum Reden zu bringen, wollen ihn die Gangster in die Mangel nehmen, aber er täuscht einen Sprung aus dem Fenster vor, der mit einem Sprungtuch für ihn und einer Dummy-Puppe als Ersatz genau vorbereitet ist. Schließlich zeigt es sich noch, daß auch Gloria am Doppelspiel beteiligt ist. Beide halten sich nun für reich, aber der Film ist noch lange nicht zu Ende und wie es weitergeht verrate ich nicht, nur soviel, daß ein weiteres Mädchen namens Yvette (Marie Dubois) nun ins Spiel kommt und auch Evelyn wieder auftaucht...
Der Film vereint etwas langatmige Komödienszenen, denen Schwung, Witz und natürlich auch Tiefgang fehlt, mit Actionaufnahmen von Stuntman-Aktionen und ab der zweiten Hälfte von den Aktionen der Gauner, ohne daß eine sinnvolle Verbindung zwischen den Genreelementen zustande kommt. Freunde von Verfolgungsjagden, Fallschirmsprüngen und ähnlichem werden aber wohl auf ihre Rechnung kommen. Mich interessiert das weniger, aber ich muß sagen, daß es sicher gekonnt realisiert wurde und dieser Teil kurzweilig ist.
Marisa Mells Striptease ist hingegen der erotische Höhepunkt des Films. Mell-Fans dürfen sich diese gekonnte Szene nicht entgehen lassen. Gina Lollobrigida verschwindet hingegen nach der ersten halbe Stunde, in der sie ausführlich die Geschichten ihrer Ehemänner erzählen durfte, bis kurz vor dem Ende, obwohl der deutsche Titel sogar an ihre bekannteren Filme angelehnt ist. Da ich kein großer Fan von ihr bin, ist das für mich kein Verlust, aber es zeigt, wie der Film zusammengestückelt ist, wenn die Hauptperson der ersten halben Stunde praktisch verschwindet. Die Musik nimmt immer wieder Anleihe an dem berühmten „Pink Panther“-Motiv von Henry Manzini, und tatsächlich dürfte auch der fünf Jahre ältere Film „The Pink Panther“ gewisse Vorbildwirkung ausgeübt haben - die Rolle des Diamanten wird von der Statue eingenommen - wenn auch kein trotteliger Inspektor vorkommt. Vertrottelt wirken allerdings die Mitglieder der rivalisierenden Diebsbande. Die überraschenden Wendungen der Kriminalgeschichte, in denen sich die Gauner gegenseitig austricksen, sind geschickt gemacht, allerdings fehlt dem Film das gewisse Etwas, das ihn aus der Masse der Action-Krimi-Komödien herausheben könnte, von Marisa Mell einmal abgesehen.