Es geht immer noch schlimmer als langweilig, nein, wir können es auch noch lächerlich machen.
1985 wollte eigentlich nun wirklich niemand mehr Slasher sehen, da hatte sich der Exploitationfilm bereits der Ironie zugewandt. Trotzdem ging Jason in die fünfte Runde, obwohl wir den Kerl nach vier Anläufen ja endlich unter die Erde gebracht hatten.
Da liegt er auch hier am Anfang, weswegen die fröhliche Mordserie, die hier ins Haus steht, auch alle ziemlich verwirrt. Tommy Morrison, der Held von Teil 4, hat nach seiner Tat die komplette Vollmeise weg und wird erst mal fröhlich aufs Land ins Freizeitheim gebracht, wo man derlei hoffnungslose Fälle gerne hin abschiebt.
Voila, da haben wir ein Panoptikum der brauchbarsten Opfer von links nach quer: einen Stotterer, das von ihm angehimmelte Mädchen, einen Debbie Harry-Verschnitt (die zu New Romantics-Musik Breakdance-Bewegungen macht, jua...), einen debilen Fettsack, einen kleinen schwarzen Jungen (der nervt, aber leider wegen seines Alters nicht umgebracht werden darf) und einen hasserfüllten Muskelprotz, dem man trotz seiner Neigung zu mörderischen Ausbrüchen mal eben das Holz hacken läßt.
Daß die beiden geistesverlassenen Jungbetreuer dieses Haufens noch nicht eingekastelt sind, ist ein Wunder, aber bei den weiteren Bewohnern dieses Landstrichs kommen schon Zweifel. Der Sheriff ist ein Trottel, zwei Krankenwagenfahrer haben extrem viel zu tun und eine Menge Filmzeit wird auf einen grenzdebilen Hinterwäldler und seine durchgeknallte Mama verwandt, die sich nur schreiend unterhalten können und deren Dreck schön ins Gesicht gemalt ist.
Spätestens mit diesen komplett überzogenen Hirni-Figuren rutscht der Film ins Lächerliche, woraus ihm auch die deftigen Morde nicht retten können. Des weiteren fehlt eine Haupt-/Identifikationsfigur komplett, denn Tommy zählt meistens nur die nackten, lesbischen Mulattinnen, die er im Tapetenmuster erkennen kann, spricht bis drei Minuten vor Schluß vielleicht vier Sätze und stellt sich auch dann so doof an, daß sogar der Showdown langweilig wird.
Vielleicht können wir es ja als Ironie abhaken, daß all diese Clown im Filmverlauf ihr Leben lassen müssen, weswegen die Identifikation des Täter jedoch recht einfach wird. Ach so, ist übrigens nicht Jason, obwohl der Tommy ständig vor Augen ist, weil der Filmtitel ja Sinn machen muß. Wer es ist, kann sich jeder Zimmermannsgeselle an seinen sechs Fingern abzählen, denn die nichtvorhandene Regie hält so penetrant auf seinen komischen Gesichtsausdruck bei allen zwei Auftritten, daß er es einfach sein muß.
Nachdem alles vorbei ist, erfolgt dann tatsächlich noch eine Erklärung (die ebenfalls schööön lächerlich ist) und ein Schlußgag, den es in Teil 6 dann wieder nie gegeben hat.
Vorteile hat der Film nur in den Härten seiner Morde, die manchmal sogar nette Ideen beinhalten, aber letztendlich geilt sich die Produktion am meisten an einer Tittensequenz auf, die auch noch mit Weichzeichner beträufelt ist.
Ergo ein reichlich alberner Quark, dem es sichtlich an Jason fehlt, der aber in der sechsten Runde endlich resurrected wurde. Helau, die Enten! Den hier könnt ihr auslassen! (2/10)