Der im Psychiatriecamp, wo mal nicht Jason der Täter ist, dieser ihm den ganzen Kram aber in die Schuhe schieben will, was ich persönlich für ’ne ganz miese Tour halte.
20 Personen sehen den Abspann nicht mehr.
Dass Jason sich durch das eigene Ableben nicht vom Weitermorden abhalten lässt, hatte Teil Vier nun bewiesen, weswegen eigentlich nichts dagegen sprach, ihn trotz Kopfdurchbohrung und halbseitigem Sehverlust ein weiteres Mal auf die Pirsch zu schicken.
Aber mit dem fünften Film der Reihe sollte ein neuer Anfang geschaffen werden, weswegen Jason und See fürs Erste auf die Ersatzbank geschickt wurden. Stattdessen widmete man sich dem weiteren Schicksal von Tommy Jarvis, der im zarten Alter von zwölf Jahren den Maskenmann zur Strecke brachte, dementsprechend einen Knacks davontrug und zu Beginn in eine semi-antiautoritäre Freiluftklapse überführt wird. In dieser hat ein freundlicher Herr das Sagen, der einem unmittelbar Vertrauen einflößt, was daran liegt, dass er von Richard Young verkörpert wird, dem Mann, der in „Der Letzte Kreuzzug“ Indy seinen Hut schenkte. Die Chancen für Tommy, sein Jason-Trauma zu überwinden, stehen also gut.
Und wer braucht überhaupt Jason, wenn es gleich in der ersten Szene im Heim ein holzhackendes Frohgemüt nicht bei Kaminscheiten belässt, sondern einen Mitpatienten ebenfalls mit der Axt bearbeitet? Für Statistiker: Da haben wir ihn, den ersten nicht-Notwehr-Mord der Reihe, der nicht von einer/einem Voorhees begangen wurde. Lässt man den Holzmann allerdings außen vor und betrachtet die anderen Insassen, fällt auf, dass sie sich nicht im Geringsten von den Teenies der Vorgängerfilme unterscheiden, was man, je nachdem, wie man zum Film steht, als katastrophale Leistung von Regie und Drehbuch oder aber als ambitioniertes Gesellschaftsstatement werten kann. Ich meine ja aufgrund der Qualitäten des Gesamtwerks die Antwort zu kennen, möchte in dieser Sache aber dennoch neutral bleiben.
Nun bleibt es natürlich nicht bei diesem einen Mord, und sehr bald und einige Tote später macht die Kunde die Runde, dass Jason doch zurückgekehrt ist. Was eine hervorragende Ausgangsbasis für einen unheimlichen Film abgibt: Traumatisierter Protagonist mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit trifft auf renitenten Serienmörder. Doch ab diesem Punkt möchte das Werk von Danny Steinmann (dessen Regiekarriere hiermit endete) nicht mitspielen, verlegt sich vielmehr aufs episodenhafte Abschlachten von Nebenfiguren und drängt die potentiell interessante Figur des Tommy immer mehr an den Rand. Dieser darf zwischen den Morden immer mal wieder trübe ins Nichts starren, hat aber ansonsten überhaupt keinen Anteil an der Handlung, die von irrelevant bis nervig konzipierten Figuren bevölkert wird.
Der deutlich nach oben geschraubte Bodycount des Films lässt keine Spannungserzeugung zu, und fatalerweise überzeugen nicht einmal die Mordsequenzen. Das zeigt sich am deutlichsten in den Szenen rund um die nervige Ethel und ihren Sohn, die einzig und allein für einen, das Publikum befriedigenden Doppelmord erschaffen scheinen. Ebenso wie der große Bruder von Reggie (looks like Rick James, bitch!) und seine Freundin, die auch nur zur Verlängerung der Opferliste eingeführt werden. Und wenn es dann zum großen Showdown mal wieder in eine Scheune geht (vorher sprintet die weibliche Protagonistin aber noch schnell die offscreen- Getöteten ab, was geradezu absurd komisch wirkt), ist das Interesse längst am Boden. Da hilft auch die finale Szene, die immerhin schon mal das Ende von „Halloween 4“ vorwegnimmt, nicht mehr.
Kurz und schmerzlos: So ein Neuanfang hätte nun wirklich nicht sein müssen.