Review

Lange genug hat sich die Reihe über Wasser gehalten, ohne sich lächerlich zu machen, aber damit war 1985 Schluss: "Freitag der 14. Teil 5 - Ein neuer Anfang" setzte mit Schmackes zum Sprung über den Hai an - und machte rein kassentechnisch scheinbar eine Punktlandung: Auch wenn Jason hier fehlt und man dessen Killerersatz mehrheitlich verfluchte (und dabei vollkommen vergaß, dass Voorhees Jr. nicht der Urmörder "seiner" eigenen Reihe ist) brachte der Film scheinbar genug Kohle ein, um ein sechstes Sequel beim Vorstand von Paramount durchwinken zu lassen.

Inhaltlich knüpft man an den vorherigen Erfolgsfilm am und schickt den einstmals von Cory Feldman gespielten Nerdzwerg Tommy auf Genesungsurlaub in eine Art Auswilderungsheim für psychisch angeknackste Jugendliche. Dort werden uns binnen der ersten zehn Film minuten bereits ein knall unter Cast schräger Vögel und eine handvoll potenziell Verdächtiger präsentiert. Jepp, der fünfte Teil macht einen auf Whodunnit.

Seinen Anfang nimmt das ganze, als einer von Tommys Mitpatienten einen weiteren Leidensgenossen - einen unglücklich stereotypen Dickling mit Schokofetisch und Sozialmacken - beim Holzfällen aus dem Leben frischt. Danach türmen sich in der Kleinstadt Nähe des Crystal Lake mal wieder die Leichen auf und keiner weiß wieso. Außer Reihenkennern, die hier zurecht empört "Wegen einem Schokoriegel!!!!" schreien dürfen.

Ab hier beginnt also der Teil der Reihe, die man getrost als Trash beschreiben darf. Und es wird nicht das einzige Mal bleiben, dass die Reihe einen Sharkjumomoment bekommt. Faktisch bekommt jeder nachfolgende Film (nun wieder mit Jason) sein eigenes albernes Gimmick wie eine Schiffsreise nach New York (vom Crystal Lake aus!?!?!?!?!? Ich glaube nicht.) oder Jason als Körperfresser (im Übrigen einer der besseren Teile). Das Jugendpsychiatriemotiv hat Wes Craven zwei Jahre später für seinen dritten "Nightmare" - Film aufgegriffen. Was bei Konkurrent Freddy wenigstens halbwegs ernst genommen wurde ist hier ein einziger Quell für doofe Gagd auf Kosten der Charaktere, Behindertenwitze inklusive. 

Zudem fallen die Morde (ab diesem Teil übrigens nicht mehr von Tom Savini umgesetzt) weitaus Zähmer und gefälliger aus. Der "Tatort" dieser Tage wurde sich mutmaßlich mehr trauen als die MPAA-hörigen Kohlescheffler von Paramount damals.

Der gesamte Unterhaltungswert geht aber insgesamt klar. Auch im fünften Aufguss bleibt "Freitag der 13." ein Slasherfilm und damit nicht unbedingt zu Originalität verpflichtet. Und irgendwie mag ich sie ja alle, die dreizehnten Freitage. 

Tommy wiederrum darf dieses Datum noch genau einen Film lang verfluchen, bevor die Reihe endgültig Abschied vom Konzept wiederkehrender Charaktere (neben Jason) absieht und Tommy in den verdienten Horrorruhestand schickt. Im siebten Teil darf dann die psibegabte Außenseiter in Tina in die Fußstapfen des gebeutelten Milchbubis treten. Aber auch nur, weil Stephen King die Rechte an "Carrie" nicht in den Crossover-Fleischwolf werfen wollte. Dafür erwartet Tina aber auch das glücklicher Ende. Aber dazu dann an einen anderen dreizehnten Freitag. 

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