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Auch „Voyeur“ ist nur ein typischer Film vom italienischen Porno-Regisseur Tinto Brass („Caligula“): (halb-)nackte Frauen schlendern möglichst sexy und sinnlich durch eine weitgehend sinnfreie Minimal-Handlung. Dass sein Film besser ist als sonstiger Genre-Flachsinn hat er dabei nur seinen stilvollen und ästhetischen Bildern zu verdanken, welche die Darsteller ins rechte Licht rücken.

Die Story ist zwar vorhanden, ist aber nicht sonderlich komplex und dient eher bloßer Fleischbeschau: Der voyeuristische Professor Dodo wurde von seiner exhibitionistischen Frau Sylvia aufgrund eines Anderen verlassen. Deren Zurückeroberung und ihre Gründe für das Verlassen sind Gegenstand des Films und verlaufen bisweilen im Sande.
Ohnehin macht das Drehbuch so viele Schlenker wie möglich, um den geneigten Zuschauer möglichst viel nackte Haut zu präsentieren. So läuft Dodo beispielsweise sinnierend über einen FKK-Strand, auf dessen Dünen es hoch hergeht. Die Leistungen der Darsteller sind soweit ok, aber veritabel und zu vernachlässigen, schließlich kommt es hier auf (nahezu profane) Darstellungen entblößter und behaarter weiblicher Genitalien an, welche im 5-Minutentakt in Großaufnahme durchs Bild schaukeln. Die exquisite Bebilderung versucht diese pornöse Offenheit noch notdürftig zu kaschieren, was allerdings meist nicht gelingt.

Fazit: Ein typischer Film von Tinto Brass: Sinnliche und weitgehend sinnlose Aneinanderreihung von Erotik-Szenen an der Grenze zur Pornografie. Immerhin ist eine nicht lineare Story durchaus vorhanden und der Film ist erlesen bebildert – wie es ein „Voyeur“ nun einmal gerne sieht.

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