White Skin
Thierry und sein WG-Kumpel Henry sind nachts unterwegs und genießen das Leben. In einer Kneipe treffen sie auf zwei Prostituierte- Wegen ihrer menschlichen Neugier wollen sie auch diese Erfahrung (Sex mit einer Nutte) als erledigt abharken. Man zieht sich auf ein Zimmer zurück und will schnell durchstarten. Doch Thierry ist gar nicht gewillt den Akt durchzuziehen, weshalb er dann auch mehr das Gespräch sucht. Dabei kommt heraus das er rothaarige Frauen gar nicht mag bzw. sogar eine unüberbrückbare Abneigung gegen sie hegt. Erlöst aus dieser unbehaglichen Situation wird er wegen eines Hilferufs von Henry. Dieser wurde von seiner Partnerin Isabel (Julie LeBreton) mit einem Messer attackiert und kann seinem sicheren Tod gerade noch von der Schippe springen. Im Anschluss an den Krankenhausbesuch sind sich beide einig das niemand diese Wahrheit erfahren soll, sondern ein paar Skins für den Angriff verantwortlich sind. Trotz seiner Abneigung verliebt sich Thierry bald darauf in eine anämische Rothaarige Frau. Die Tatsache dass sie eine Schwester von Isabel ist bemerkt er zwar, will es aber nicht wirklich wahrhaben.
Ungewöhnlicher Thriller, dessen Geschichte mit dem weiteren voranschreiten fast schon mystische Züge annimmt und sich dann sogar in eine Art…
Achtung Spoiler!!!!!
…modernen Vampirfilm verwandelt. Ein skurriler Mix (Drama, Thriller, Vampirfilm), welcher trotz des Spagates zwischen mehren Genres funktioniert, sofern man sich darauf einlassen kann.
Die durch die Bank unbekannten Darsteller agieren dabei sehr überzeugend und geben grad in der ersten Hälfte dem Film eine pseudojugendliche Note. Studenten in alltäglichen Situationen meistern ihre Probleme mal mit und mal ohne Hirn. Die Konfrontation mit den Fakten um Isabel stürzt die beide Protagonisten in ein Tief, welches auch Differenzen untereinander zu Tage fördert. In der zweiten Hälfte kommt es zur überraschenden Wende und die Probleme fangen erst richtig an. Ein interessantes Finale bietet Stoff für Interpretationen und fertig ist eine weitere moderne Fabel um Vampire und lässt sogar einen entfernten Vergleich zum „Die Weisheit der Krokodile“ zu.
Im Prinzip gibt es an der Machart nichts zu bemäkeln auch wenn das Budget nicht sonderlich groß gewesen sein kann. Doch der wirklich ruhige Erzählstil wird nicht jedermanns Sache sein, bremst dieser den Fluss der inhaltlichen Entwicklung gehörig aus und sorgt deshalb für manch unnötige Länge. Auch haben sich die Macher zu lange Zeit gelassen die, inhaltlich wichtigen, Elemente um die anämische (blutarme) Familie rechtzeitig preis zugeben, weshalb man sich zum eintretenden Zeitpunkt ein wenig überfahren fühlt und somit die Atmosphäre und die in diesem Rahmen mögliche Authentizität, verloren geht.
Die kalte sterile Optik, eingebettet in die winterliche Landschaft um Montréal, wiederum ist sehr passend und verpasst dem Film einen angemessenen Look, wobei auch hier niemals das Niveau von TV-Produktionen überboten werden kann.
Für Freunde unkonventioneller Filmkost eine Entdeckung wert, sollte der Fan vom gängigen Mainstream, lieber die Finger davon lassen.
6/10