Lahmer Versuch von Kult-Filmer Takashi Miike auch etwas Profit aus der lukrativen "Ring"-Gelddruckmaschinerie zu pressen. Man ersetze hierfür das berühmt-berüchtigte Sadako-Videotape durch eine das baldige Ableben ankündigende Handymitteilung, nehme ein paar austauschbare Teeniedarsteller hinzu und lasse diese binnen rund 100 Filmminuten nach und nach über die Klippe springen. Fertig ist die hundertste "Ring"-Kopie. Nur wer will das heute noch sehen? Miikes "The Call" vermag es zu keinem Zeitpunkt, eine wirklich drückende, bedrohliche Atmosphäre zu erschaffen, so wie es noch Genreu-Urvater "The Ring" fertiggebracht hat. Auch können die wenigen Schockszenen (das Finale ist noch am ansehlichsten) das Durchschnittsniveau des völlig ausgetretenen Genres nicht überschreiten - wobei Gorehounds wie in diesem Metier üblich ohnehin praktisch nichts zu sehen bekommen.
Auch in technischer Hinsicht vermag Regisseur Takashi Miike nichts beeindruckendes abzuliefern. Optik und akustische Untermalung bewegen sich wie der Rest des Filmes auf absolut durchschnittlichem, uninspiriertem Niveau, weswegen ich "The Call" letztlich nur Komplettisten und unerfahrenen Zuschauern empfehlen kann. Auf jeden Fall sollte die deutsche DVD nach Möglichkeit gemieden werden, da die gebotene Bildqualität der Aktualität des Filmes nicht einmal annährend gerecht wird.