Review

Daraus hätte mehr werden können.
Ein lange als verschollen gegoltener Film hält doch nicht ganz, was man sich als Jess Franco- Liebhaber erhoffte.
Immerhin sieht man hier zum ersten Mal in einer ganz kleinen Nebenrolle seine kommende Muse für seine nächsten Filme im Jahr 1970- Soledad Miranda, wenn man ihre winzige Rolle in La Reina De Tabarin zehn Jahre zuvor nicht mitrechnet. Allerdings ist sie hier noch als Susann Korda aufgeführt.

Der Plot des Films ist eigentlich ganz interessant. Eine Striptease-Tänzerin aus Zagreb (warum Zagreb?) kann sich an bestimmte Ereignisse nicht mehr erinnern und befürchtet, selbst eine Mörderin zu sein. Dies vertraut sie auch dem sie behandelnden Arzt an- gespielt von einem von Franco's bevorzugten Akteuren Paul Müller.
Eine recht einfallslose Regie und lange Aufnahmen ein und derselben Szene- wie z. B. die gelangweilte Striptease-Einlage zu Beginn, die sich über 8 Minuten(!) hinzieht- lassen erst gar keine Spannung aufkommen. Bei einem derartigem Kammerspiel mit maximal fünf Personen kann man sich ungefähr ausrechnen, wo der Film hinführen wird.

Man kann fast sagen, das der Auftakt seiner Zusammenarbeit mit der markanten Schönheit Soledad Miranda paradoxerweise den Anfang vom Ende seiner kreativsten Phase einleitete- vielleicht einmal abgesehen von Eugenie De Sade. In dieser Periode entwickelte sich Franco( noch nicht mit diesem Film) von einem Künstler mit gewissem atmosphärischen Anspruch, der auf gängige Konventionen pfeift und sich nie vorschrieben ließ, auf welche Regeln man beim Filmemachen achten muß zu einem Trash-Vielfilmer. Seine nächsten Arbeiten sind also nur in Bezug auf seine schöne Hauptdarstellerin interessant. Vielleicht war er am Set einfach zu abgelenkt.

Trotzdem- für alle Francophile ist Nightmares Come At Night einen Blick wert. Alle anderen werden sich mehr oder weniger langweilen.

5 / 10 Punkte

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