"Women are made for men... to hunt! Set your eyes on the Tastiest Carne of all." Nun, wenn es etwas in diesem Film nicht gibt, dann es ist es die im Titel versprochene Jagd im Sinne ihres Erfinders. Der möchte nämlich hübsche Frauen im philippinischen Dschungel aussetzen und mit seinen Kumpanen - allesamt einflußreiche Persönlichkeiten - wie Wild jagen. Bei diesem raren Exploitation-Film von Eddie Romero hatte auch Jack Hill ("The Big Doll House", "The Big Bird Cage") seine Finger im Spiel und daß der Film im Unterschied zu den anderen phillipinischen Werken mit, ähem, nicht unbedingt feministischer Tendenz weitgehend unbekannt ist, hatte ich darauf zurückgeführt, daß er die Exploitation-Tendenz ins Extrem durchführt. Das ist allerdings nicht der Fall, was der Zuseher geboten wird, unterscheidet sich nicht wesentlich von den üblichen Frauen auf der Flucht-Filmen, abgesehen davon daß es nicht besonders gut umgesetzt ist. Natürlich wird der geneigte Betrachter feststellen, daß es sich bei "The Woman Hunt" um ein Remake des Klassikers "The Most Dangerous Game" aka "Graf Zaroff " (1933!) handelt, der Vergleich macht den Film aber nur noch schlechter als er ohnehin ist (besonders in den Szenen die direkt angelehnt sind, wie die Dinnerszene als der verrückte Gastgeber seinen Plan enthüllt).
Aber der Reihe nach: der Film läßt sich in drei Abschnitte teilen. Im ersten werden die gefangenen Frauen zur im Dschungel gelegenen VIlla gebracht, und er ist stinklangweilig. Weder die Frauen noch die Zuschauer erfahren zu diesem Zeitpunkt, wozu die Damen entführt worden sind. Der zweite Teil spielt im luxuriösen Haus und hier treten die Sleaze-Elemente stärker hervor. Mehr als eine der Schönen versucht die Reize ihres Körpers gegen Fluchthilfe einzutauschen. Besonders gelungen die Szene mit einer Schwarzen, die den ziemlich betrunkenen Sid Haig verführen will. (Sid Haigs späterer Abgang ist einer der weiteren gelungenen Szenen dieses Streifens.) Daneben treten Spannungen zwischen den Banditen zu Tage. Einer, der Quasi-Ziehsohn des Hausherrn desertiert und wird festgehalten. Schließlich treffen die Gäste ein, und sozialisieren mit den gefangenen Frauen. Allerdings wissen sie noch nichts von den Plänen zur Jagd. Als diese schließlich enthüllt werden, sind sie überhaupt nicht erbaut, und einer, der sich weigert daran teilzunehmen, wird kurzerhand erschossen. Zur Jagd in der geplanten Form kommt es jedoch, wie gesagt, nicht, da der abgesprungene Ziehsohn den Damen zur Flucht verhilft, die das dritte Drittel des Film füllt. Dieser Teil ist durchaus spannend, und es kommt natürlich jetzt schon zu einer Jagd, aber zu einer solchen, wie sie in den meisten WIP-Dschungelfilmen vorkommt, die Kobra im Gebüsch, das Bad im Fluß, usw. alles miteinbegriffen. Die Frauen werden von einem Mann angeführt und auf der Seite der Jäger, die im übrigen ebenso dezimiert werden wie die Gejagten, ist die Geliebte des verrückten Möchtegern-Jägermeisters, so wird das inhärente sexistische Moment etwas gebrochen. Und man muß schon sagen, daß die von Jess Franco wenige Jahre später in vergleichbaren Filmen inszenierten Jagden weitaus brutaler und voyeuristischer waren, von der tatsächlichen Jagd (auf absichtlich ausgesetztes Frauen-Wild) in "Sadomania" ganz abgesehen. Das Ende überrascht dann doch noch ein wenig (und ist auch nicht ganz plausibel). Bei den schauspielerischen Leistungen überzeugt nur Sid Haig (und man bedauert, daß das übliche Personal der Jack Hill-Filme nicht mit dabei ist). Die Damen haben mehr mit ihrer Oberweite (die aber auch nicht allzuviel ins Bild gerückt wird) zu überzeugen als durch Charakterdarstellung.
Fazit: Man kann sich den Film zwar durchaus ansehen, aber niemand braucht sich Gedanken darüber machen, daß ihm viel entgehen würde, wenn er dazu keine Gelegenheit hat. (Anders als das durch Dämonie überzeugende Vorbild "The Most Dangerous Game", denn das ist ein Pflichtfilm.)