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Goethes „Faust" hatte Einfluss auf die Dichtkunst seiner Zeit und erfreut sich auch im Film unter Berufung auf den Aspekt des Paktes mit dem Teufel großer Beliebtheit. Was passiert, wenn man Motive aus selbigen epochalen Werk mit reichlich unoriginellen Ideen und sehr viel Blut bei wenig Geld anreichert, wird bei „Outcast - Der Teufelspakt" deutlich.

Es geht um den allseits Verstoßenen Außenseiter Henry (John Tench), welcher ständig von den Menschen aus seinem Umfeld drangsaliert wird. Als er nach zwei Jahren Gefängnis wieder frei kommt, bietet ihm ein obskurer Priester einen Deal an: Henry schließt einen Pakt mit dem Teufel, hat fortan mit psychokinetischen Kräften die Macht über Leben und Tod, darf aber im Gegenzug kein Leben zeugen. Nach kurzem Zögern geht Henry auf den Deal ein. Doch als seine Jugendfreundin von ihm ein Kind gebärt, scheint der Pakt gebrochen...

Regisseur Roman Buchok, der auch am Skript für diesen lauen Grusler mitschrieb, drehte ansonsten nur amerikanischen TV-Serien. Das sieht man der Optik und Klasse von „Outcast" leider an. Alles wirkt billig und zweitklassig: Die unbekannten Darsteller agieren so mimisch begrenzt wie Steven Seagal at its best, die immerhin zahlreich vorhandenen Gore-Effekte bei den Mord-Szenen sind mangels Splatter wenig grafisch geraten und die Dramaturgie des Films weißt einzig zu Ende so etwas wie einen Spannungsbogen auf. Die atmosphärische Titelmusik ist allerdings sehr gelungen. Das viele Blut tröstet zwar über allzu offensichtliche Löcher in der Story um Rache, Gewalt und Sex hinweg, vermag aber nicht den Film zu tragen, welcher gegen Ende mit einer abrupten Wendung nach der anderen seine geringe Klasse offenbart. Plötzlich ist nicht mehr das Rächen an alten Feinden angesagt, sondern die Weltherrschaft (!); plötzlich wird ein übersinnliches Medium gefunden, welches den Satansbraten Henry aufspüren kann und sein Handicap - das Neugeborene - entdeckt. So bleibt am Ende ein mäßiger Eindruck von „Outcast" im Gedächtnis haften.

Fazit: Meilenweit von einem epochalen Meisterwerk entfernt: „Outcast" ist zwar im Rahmen der offensichtlich beschränkten Mittel, die zur Verfügung standen handwerklich solide inszeniert, vermag aber inhaltlich und darstellerisch nicht zu überzeugen. Unterdurchschnittliche B-Horrorkost für zwischendurch mit eher mäßigem Unterhaltungswert.

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