Basta! Feierabend! Aus, Ende, Vorbei! Ja, ich mach Schluss mit meinen Vorurteilen, dass Filme aus den Alpenstaaten nicht viel taugen können! „Basta – Rotwein oder Totsein“ hat mich eines Besseren belehrt!
Oskar (Henry Hübchen), Geldeintreiber für die Wiener Russenmafia, kocht für sein Leben gern. Und weil er gerade die Frau seines Lebens kennen gelernt hat, will er aus dem Mafiageschäft aussteigen. Doch das ist alles nicht so einfach. Der Pate Konstantin (Karlheinz Hackl) lässt ihn erst gehen, wenn er einen finalen Auftrag erledigt hat: Oskar soll Leo (Paulus Manker) eliminieren. Oskars Lebensgefährtin Maria (Corinna Harfouch) ist strikt dagegen, dass Oskar einen weiteren Mafia-Auftrag annimmt, und auch außerhalb seines Privatlebens gibt es zunehmend Probleme, sodass Konstantin ihm Valentin (Moritz Bleibtreu) und Belmondo (Roland Düringer) zur Unterstützung und gleichzeitigen Kontrolle zur Seite stellt.
Ein Mafiafilm, der in Wien spielt… seltsame Kombination, die jedoch bei näherer Betrachtung ganz stimmig ist. Allen voran bereitet Roland Düringer dem Zuschauer mit seinem unverkennbaren Wiener Schmäh den meisten Spaß, wenngleich es für Nicht-Österreicher mitunter sehr anstrengend werden kann, den Ausführungen des Mafioso zu folgen. Henry Hübchen, Moritz Bleibtreu, Corinna Harfouch und auch Nadeshda Brennicke überzeugen auf ganzer Linie in dieser aberwitzigen Story rund ums Kochen und Killen.
Kochen und Killen. Das sind tatsächlich die beiden tragenden Elemente dieses Films. Wenn mal gerade nicht irgendwo in der Küche rumgewerkelt wird, wird jemand umgebracht; ab und an kann es dann auch mal passieren, dass jemand in der Küche umgebracht wird. Doch in der Regel beschränkt man sich darauf, das Töten aus der Küche herauszulassen. Die ganze Sache wird mit wundervollem Wortwitz und toller Situationskomik serviert, sodass man schließlich sagen kann, dass eigentlich für jeden Geschmack was dabei sein müsste. Seltsamerweise (oder vielleicht ist es doch nicht so seltsam) wurden bei mir Erinnerungen an die dänischen Filme „In China essen sie Hunde“ & „Old Men in New Cars“ wach. Ja, irgendwie passt „Basta“ ganz gut zu diesen beiden Filmen, finden sich doch in der Mafia-Story und dem Hang zum Kochen schon die ersten Parallelen. Doch neben diesen Parallelen ist es „Basta – Rotwein oder Totsein“ gelungen, mit viel mehr Charme und Witz aufzuwarten als es den beiden skandinavischen Filmen jemals gelungen ist. Die Überraschung ist perfekt: Diese deutsch-österreichische Coproduktion hat sich in meiner Rangliste der Gangsterfilme klammheimlich vor „In China essen sie Hunde“ geschoben!
„Basta – Rotwein oder Totsein“ hat mich überrascht. Auf voller Linie positiv überrascht! Bei diesem Film bekommt man nicht nur Hunger auf die kulinarischen Leckereien, die im Film den Weg auf den Teller finden, sondern auch richtig Lust auf mehr filmische Kost von diesem Ensemble. „Basta“ ist seit langem wieder eine deutschsprachige Produktion, von der ich mir gerne eine Fortsetzung anschauen würde! 9 von 10 Punkten!