Review


Inhalt:

China in einer frühen Epoche, der sich bekriegenden Clans und berittenen Helden. 
Der Killer "Poison Dart" dezimiert mit seinen Gift-Pfeilen die rechtschaffenden Clans..., und einer der Chefs dieser Clans, Lan Tien Lung will in seiner Residenz Liang I-Fort die Ritter versammeln, um dem Treiben des "Poison Dart" Einhalt zu gebieten.

Da wird Lan Tien Lung selbst Opfer des Killers. Ein Mediziner (Chiang Nan) des Clans, kann zwar Lan am Leben erhalten..., doch hat dieser nur noch 100 Tage im Wach-Koma zu leben..., wenn nicht...!
Wenn nicht eine Medizin, gewonnen aus Pflanzen, die dieser Mediziner "Schwarze Kräuter" nennt, dem Totkranken zugeführt wird!

Diese Pflanze wächst nur im "Soul Valley"..., und der Weg dorthin ist äußerst gefahrvoll. Erste Männer, die dieses Wagnis angehen, scheitern bereits auf dem ersten Kilometer an den Fightern der rivalisierenden Tai-Yin-School.
Die Tochter Lan´s, die tapfere Lan Feng (Angela Mao), macht sich nunmehr auf dem Weg.
Eine Reise voller Gefahren..., sie begegnet einem Mönch (Yi Feng) des Shaolin-Klosters und einem jungen Kämpfer (Raymond Lui), die ebenfalls das Schwarze Kraut beschaffen wollen.
Letztendlich kann Lan Feng die begehrte Pflanze von"Merciless One", der das Valley für den "Valley chief" bewacht, erhalten...

Der Mann an der Seite Lan Feng´s ist Leng Yu-Han (Kao Yuen), Fighter einer befreundeten Kampf-Schule...., und sie reiten zurück zum Liang I-Fort.
Was beide nicht ahnen...: Tai-Yin-Boss "King Hell" (Pai Ying) hat in der Abwesenheit Lan Fengs den Lan-Clan mit Hilfe seiner Schergen (Han Ying-Chieh, Sammo Hung) ausgelöscht...!

Lan Feng und Leng Yu-Han bündeln ihre Kräfte für einen letzten verzweifelten Kampf....


Fazit:

Das Jahr 1971 bildete im Hongkong-Kino eine Zäsur..., die Schwertkampf-Filme gingen zahlenmäßig zurück..., KungFu-Filme prägten immer das Geschehen auf der Leinwand. Und Raymond Chow..., der Abtrünnige, der sich von den Shaw Brothers abwandte, er installierte mit "Golden Harvest" sein eigenes Studio, um Eastern nach eigenem Gusto zu produzieren.

Und "The angry river" ist wenn nicht der allererste, dann doch einer der ersten Streifen, die für das neue Studio entstanden. Und wie das mit Premieren-Streifen so ist...., sie sind noch nicht perfekt, die Dinge müssen sich erst zurecht laufen und einschleifen. So ist das auch bei "The angry river"..., leider, mag man sagen.

Alles ist bemüht..., der Film ist weitestgehend spannend, die Abenteuer-Atmosphäre ist mit pittoresken Außenaufnahmen in Schluchten die von Flussläufen zerfurcht werden, viel Grün, Gebirgswäldern mit weiten Lichtungen... in diesem Swordplay-Eastern gegeben. 
Die Storyline ist einfach gehalten..., eine junge Amazone macht sich auf, die Medizin für ihren totgeweihten Vater zu besorgen, der Weg ist gefahrvoll, der Rückweg noch gefahrvoller..., denn ein verfeindeter Clan trachtet nach dem Leben des Vaters und der Tochter. Ein junger Held kommt dazu, die junge Dame zu unterstützen..., alles angerichtet für einen schönen Swordplay- und Abenteuer-Eastern.

Der ist es auch geworden. Denn man darf nicht vergessen: 1971, im Nachhall der 60er Jahre, als das Genre entstand, da ist die Kampf-Choreographie hinsichtlich KungFu noch nicht so ausgefeilt. Da darf man "The angry river" einfach nicht mit den nur knapp danach entstandenen Streifen "Hapkido", "When taekwondo strikes" und den Bruce Lee-Eastern dieses Studios vergleichen. Das wäre nicht gerecht.

Wenn es hier um KungFu geht..., dann fehlt es doch an Dynamik, Agilität und Härte...., was die oben angeführten Streifen von "Golden Harvest" und unter der Regie von Huang Feng, der auch hier Regie führte, ja ausmachte.
Da mangelt es hier doch etwas..., dafür gibt es die leider unvermeidlichen Fliegereien. Doch was wäre ein Eastern jener ausgehenden Epoche des Genres, ohne diese Fliegereien? Besser...., aber sie sind halt unvermeidlich.

Die Action wird durch die Schwertkämpfe, die mit zunehmender Laufzeit immer besser, intensiver und vor allem blutiger werden, noch rausgerissen..., Blutzoll und Bodycount..., hasserfüllte Fights auf Leben und Tod..., das alles nimmt in der finalen Phase des Streifen immer breiteren Raum ein, das rettet das Ganze.

Zwischendurch gibt es noch manch Surreales im "Soul Valley", inclusive Auftritt eines Mini-Drachen-Wesens ala Godzilla. Okay, sind nur ein paar Sekunden, vergisst man schnell, eine kurze Sequenz..., wohl ein Hauch von fantasievoller Martial World.

Die Hauptrolle spielt Angela Mao..., und es ist wohl eine ihrer ersten Hauptrollen. Sie ist noch entfernt von ihren berühmtesten Rollen, in einigen der knackigsten Eastern des Studios und überhaupt in der Historie des Genres.
Aber sie agiert tapfer..., und voller verzweifeltem Selbstbehauptungswillen. Ihre Agilität in späteren Produktionen deutet sie hier aber schon in Ansätzen an!

Kao Yuen agiert als ihr Partner..., hilft der Heldin aus der Patsche. Hauptvillain Pai Ying, später auch Dauer-Rivale Angela Maos, agiert gewohnt böse und skrupellos..., und im Endfight mit Todesklaue.
Bekannte Gesichter tauchen kurz auf..., Sammo Hung, Han Ying-Chieh, Chiang Nan, Feng Yi...., und sogar Jackie Chan soll hier mitagieren laut Cast..., auch wenn er mir nicht auffiel.

Für das Baujahr und ein Studio, welches sich erst orientieren musste...., ist "The angry river" ein zwar früher -was zu Abstrichen führen muss- aber auch solider Swordplay-Eastern mit Atmosphäre und blutigen, gekonnten Schwertkämpfen..., darauf sollte man den Schwerpunkt auch bei der Betrachtung legen, weniger auf die noch nicht ausgereifte KungFu-Action.

6/10.

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