Inhalt:
China, im Jahre 975. Die letzten Reste der Tang-Dynastie sind dem Ende geweiht, die Sung-Dynastie ist der neue Machtfaktor im "Reich der Mitte". Prinz Li Hou Zhu (Eric Chan) ist seines Königreichs beraubt, und steht mit seiner Gattin, der schönen Empress Zhou (Daisy Cheung) faktisch unter Hausarrest. Ihnen zur Seite steht aber der treue General Li Lang (Anthony Lau Wing aka Liu Yung).
Da wird das Domizil des Prinzen vom Kronprinzen des neuen Kaisers, dem niederträchtigen Zhao Guangyi (Chiu Gwok), den man Prinz Jin nennt, besucht. Ein ungebetener Besuch. Denn Zhao Guangyi begehrt Empress Zhou, und vergewaltigt sie auf brutale Weise. Er lässt sogar die Tat durch seinen Maler (Wong Ching-Ho) zeichnerisch ´dokumentieren´! Prinz Li und Empress Zhou begehen Selbstmord, Li Lang schwört, den Tod der beiden zu rächen.
Die Zeichnung wird von der bildschönen Amazone Xiang Ling ("Leanne" Lau Suet-Wah aka Liu Hsueh-Hua) erbeutet, deren Kampfkunst-Lehrer der ominös wirkende Chen Bo (Lung Tien-Hsiang) ist. Beide kämpfen ebenfalls gegen Zhao Guangyi, die dessen Thronbesteigung verhindern wollen. Zhao Guangyi ist der Bruder des Kaisers (Wang Yong), und die Thronfolge sieht Zhao als dessen Nachfolger vor.
Die Wege Li Langs sowie Xiang Ling und Chen Bo kreuzen sich, und mit der Zeichnung, die ein Beweis für die Unfähigkeit des Thronfolgers ist ein integrer Herrscher zu sein, soll der Kaiser überzeugt werden, den Thron seinem Sohn, Prinz De Zhao (Max Mok Siu-Chung) zu vererben. Doch der Kaiser zögert, zu unübersichtlich erscheint die gesamte Situation. Zhao Guangyi lässt nichts unversucht, die Macht an sich zu reißen!
Wird es Li Lang und Xiang Ling gelingen, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen? Chen Bo spielt sein ganz eigenes Spiel, treibt De Zhao perfide in den Wahnsinn, und arrangiert sich mit Zhao Guangyi. Somit sind Li Lang und Xiang Ling auf sich allein gestellt. Es kommt schließlich zum überaus blutig-brutalen Show-Down, zum gnadenlosen Kampf auf Leben und Tod...!
Kritik:
Im Jahre 1983 drehte Regie-Routinier Hua Shan diesen insgesamt recht ansprechenden und spannenden, tempo- und actiongeladenen Eastern für die Studios der Shaw Brothers. Wäre dieser Streifen vorher entstanden, zur Blütezeit des Studios, hätte dieser kernige, intensive Eastern das Zeug zum Klassiker gehabt. Doch mögen viele Outdoor-Szenen den beginnenden Niedergang des Studios darlegen, so sind denn die verbliebenen Sets prächtig genug, und bieten eine immer noch starke Atmosphäre ala Shaw Brothers.
Hua Shan geht ein sehr hohes Tempo, die Story wird im Schnelldurchgang abgehandelt, so wirkt dieser Streifen rastlos-getrieben, und man kann der Story ab dem 2. Drittel fast kaum folgen. Der Hauptheld -Anthony Lau Wing (aka Liu Yung)- verliert sich im aufkommenden Story-Dickicht im 2. Drittel gar. Wenn man sich aber auf das Wesentliche konzentriert, manches an eher "Unnützem" (die "Waldbewohner" um die Darsteller Lam Fei-Wong und Chun Wong sind in einem Sub-Plot eher Beiwerk) vernachlässigt, wird man mit einer insgesamt packenden Handlung konfrontiert. Und "Usurpers of Emporer´s Power) mündet in ein turbulentes und blutiges Action-Finale, was mehr als entschädigt. "Usurpers of Emporer´s Power" kann sogar mit etwas sehr Ungewöhnlichem punkten:
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-ACHTUNG SPOILER!!!- - S-P-O-I-L-E-R
Wo hat man das bei einem Eastern der Shaw Brothers, dass der Villain -am Ende auch den Kollaborateur tötend- siegt? Ein dramatischer Kniff, der irgendwie passte.
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Chiu Gwok ist dieser Villain, der alle Register an Brutalität und Durchtriebenheit inklusive brachial durchgeführter Vergewaltigung, zieht. Er sah hier dem ansonsten auf derlei Rollen bei Shaw abonnierten Cheng Hung-Lieh optisch ähnlich, der hätte das auch so spielen können. Chiu Gwok, unfassbar böse, und er verkörpert das überzeugend. An seiner Seite, und kalt zu dieser wechselnd, denn eingangs scheint er zu den Guten zu gehören: Lung Tien-Hsiang, als ominös-mysteriöser Sifu mit mystischer Veranlagung, immer mit bösem Blick und Menschen manipulierend, ist Lung Tien-Hsiang denn der eigentliche Haupt-Schurke und würzt die Storyline entsprechend. Auch er agiert gekonnt.
Als weiterer Villain an der Seite des bösen Thronfolgers, Chen Shan, wieder mit diesem finsteren Blick und fieser Mimik.
Wang Yong als unsicherer Kaiser, und Max Mok Siu-Chung als sein -im Film- naiver Sohn, spielen das entsprechend und solide. Gibt es eigentlich wirklich gute Charaktere hier?
Anthony Lau Wing (Liu Yung) spielt den Helden, den Leibgardisten eines entmachteten Tang-Prinzen. Aber mutiert er hier wirklich zum Rache-Engel, zum harten, einsamen und kompromisslosen Kämpfer? Hua Shan lässt seine Figur indes zur Mitte hin in den Hintergrund entschwinden. Und auch wenn Anthony Lau Wing dann am Ende wie ein Berserker fightet, er sieht sich einer erdrückenden Übermacht gegenübergestellt, nun, das macht denn alles eben auch mega-dramatisch und Lau Wing zur tragischen Figur. Ein ungewöhnlicher Ansatz analog zum obigen Spoiler.
Wer aber ist der heimliche Star, oder gar der offensichtliche? "Leanne" Lau Suet-Wah (aka Liu Hsue-Hua), in der Endphase der Shaw Brothers eine der weiblichen Ikonen des Studios. Sie spielt eine Amazone im heißen, knappen Outfit, welches ihre schlanken, wohlgeformten Beine betont, puh. Sie agiert tapfer-taff, spielt intensiv, fightet dynamisch, und auch sie wird zur tragischen Figur wie der Held an ihrer Seite, beide werden Opfer von Verrat und Übermacht des Feindes. Und "Leanne" ist eine Actrice von atemberaubender Schönheit, ich sprach das in meinen letzten Revs hier ("Bastard Swordsman" und "Return of Bastard Swordsman", wieder an der Seite von Anthony Lau Wing) an, ich könnte "Leanne" nur dann abweisen, wäre ich mit den Mega-Sexbomben Haley Bentley und Lexi Williams liiert.
Die famose Fight-Action, KungFu und Waffenkampf, leider etwas rar, mehr Fights hätten dem Film gut getan, aber sie reißen die Sache raus. Blutige, heftige Kämpfe, rasante und intensive Fight-Action, am Ende in einem so turbulenten wie überaus blutigen Finale mit hohem Bodycount. Es kommt in einem Eastern nun mal in nicht unerheblichem Maße auf die Action an, und die stimmt.
Und diese hievt "Usurpers of Emporer´s Power" noch auf knappe, etwas wohlwollend zusammengeläpperte und aufgerundete 7 von 10 Punkten in meiner Bewertung.