Im Würgegriff des banalen Skripts
Die Idee, 1997 die grösste Würgeschlange der Welt auf die Kinozuschauer loszulassen, spaltete die Geschmacksgemüter. Man kann den inzwischen zum kleinen Kultklassiker avancierten B-Film, lieben oder hassen. 2004 nahm man sich der Idee an, einen weiteren Vertreter im Riesenschlangenkosmos abzufeiern. Andere Umgebung, andere Story und sieben!!! Drehbuchautoren waren von Nöten, um die Mär der Killeranaconda zu kreiern. Unter anderem Hans Bauer, der sich bereits für das Skript von "Anaconda" verantwortlich zeigte. Regie führte Dwight H. Little, der Filmperlen wie "Zum Töten Freigegeben" sowie "Das Phantom der Oper" zeichnete. Immerhin konnte das knappe Budget von ca.25 Mio.Dollar an den Kassen locker eingespielt werden, was nichts an der Tatsache ändert, das der Versuch, "Anaconda" nachzuäffen, in die Hose ging.
Das zusammengestellte Expeditionsteam eines New Yorker Pharmaunternehmens reist nach Borneo, um nach der geheimnisumwobenen roten Blutorchidee zu suchen, die nur alle 7 Jahre blüht. Diese soll lebensverlängernde Wirkung enthalten. Allerdings blüht diese nur für ein halbes Jahr und dem Team bleiben nur zwei Wochen, um die Blüten zu finden. Zudem fällt die Expedition in die Regenzeit und kein Reeder ist bereit, die gefährliche Flussreise zu unternehmen. Da treffen sie auf den einzigen Abenteurer namens Bill Johnson, der das Team für viel Geld an das Ziel bringen will. Doch das Unterfangen ist nicht frei von Gefahren: Gefährlicher Wasserpegelanstieg, Krokodile und Wasserfälle machen der Reisegruppe das Leben zur Hölle. Dann gesellt sich noch die grösste Schlange der Welt dazu und stellt die Menschen auf ihren Speiseplan.
Die quasi indirekte Fortsetzung des 1997er B-Horrorhits, hat inhaltlich nichts miteinander gemein. Die einzigen Parallelen, die sich kreuzen, sind das titelgebende Monstergeschöpf und eine Reise durch den dichten Dschungel. Zudem ist das Vehikel nicht mehr so stargespickt, das man sich die Kosten sparen konnte, was auch der Schlange nicht gerade zu gute kam; denn durch die Ersparnis von Megaschauspielern hätte man mehr in die Effekte reininvestieren können. Und das wäre nicht der einzige Kritikpunkt seitens der Finanzierung.
Zum anderen hätten wir den logisch-geografischen Fehler, das Anakondaschlangen auf Borneo nicht beheimatet sind, sondern nur in Südamerika, allen voran in Venezuela existieren. Schwamm drüber, steht die monströs-plakative Story im Vordergrund. Immerhin macht die exotisch, teils verregnete Kulisse einiges her und vermittelt Abenteuerflair. Doch dieses Trostpflaster und die anfänglich bestehende Euphorie auf mehr, flaut schnell ab. Das dissonante Team mit seinen ständigen Differenzen, hat nervigen Grossstadtfigurencharme und zerstört jegliche Romantik des unerforschten Dschungeldaseins. Da macht das Äffchen allen voran noch die beste Performance, zieht zum Brüllen komische Grimassen; köstlich! Es werden alle gängigen Urwaldklischees bedient, damit man nie vergisst, in welchem Film man sich befindet. Und bis die CGI gestützte Riesenschlange ihr gefräßiges Dasein frönt, wird viel Geplapper vom Stapel gelassen und der simpel gesponnene Plot, der zumalen an "Medicine Man" erinnern mag, gerät in einen Strudel von Leerlauf, was der Spannung im Aufbau leider einen Abbruch tut.
Etwas langatmig geratene Pflanzenhatz mit wenig integrierter Monsterschau. Nicht so fetzig und actionreich wie "Anaconda", dafür dialoglastiger und nerviger. Effektemässig unter Kanone, storymässig zu banal und unausgereift, nur der Affe gibt sein Bestes für den Zucker. Zu recht für die güldene Himbeere nominiert. Kleiner Trost am Rande: Mit dem weiteren Töfftöff "Offspring" setzte man die Qualitätsansprüche noch weiter unten an.
Ist die FSK:12 Freigabe gerechtfertigt? Die mitunter gezeigten Fressszenen wirken auf kleinere Zuschauer verstörend und gruselig. FSK:12 ist angemessen.