Review

Das Problem beim Schreiben einer Kritik für "MORDUM" könnte sein, dass derjenige, der sie liest, sich danach eher dazu ermutigt fühlt, sich diesen langweiligen, geschmacklosen Schrottfilm anzuschauen. Denn man schaut sich solche Filme ja nunmal an, um Perversitäten aller Art auf Zelluloid gebannt aufgetischt zu bekommen... doch selbst wenn es jetzt jemandem als Ansporn gilt, sich dieses unstrukturierte Kameragewackel tatsächlich reinzuziehen wenn er erfährt, dass in diesem Amateurfilmchen auf eine erzwungene Selbstkastration das Einführen des abgetrennten Geschlechtsteils folgt - er wird es bestimmt bereuen!

Ich habe ein paar Reviews überflogen, und da ich am Abend tatsächlich scheinbar nichts besseres vorhatte, begab ich mich zum Videodealer meines Vertrauens, hinab in den Keller mit den Horrorstreifen und ab in den "Psychopathen-und Killerbereich". Und da steht dann MORDUM.

Der Film soll durch seine amateurhafte Inszenierung realistischer wirken. Mag sein, dass das klappt. Doch

1. glaube ich nicht, dass die Macher dieses idiotischen Machwerks eine andere Wahl gehabt haben (wieviel Budget wohl für eine so "ausgefallene" Story zur Verfügung steht?) und

2. verstärkt sich die Wirkung dadurch eher ins Negative, denn zusätzlich zum hektischen Rumgekreische der ziemlich unsympathischen und potthässlichen Hauptprotagonisten gesellt sich nun Bildmaterial, bei dem man schon nach kurzer Zeit ob der laienhaften Inszenierung Kopfschmerzen bekommt.

Es wird eine Perversitätenshow der Extraklasse aufgefahren: Minutenlanges Erbrechen auf zwei ebenso unattraktive Damen, die von den psychopatischen Hauptschülern entführt worden sind, Bauch aufschlitzen und danach die Öffnung zum Geschlechtsakt missbrauchen, Korpulieren mit einer verwesenden Leiche in der Badewanne, zwischendurch krankes, aber unverständliches Gelaber (der Ton ist ebenso grottig wie die Bildqualität), dann wieder irgendeine dumme Schlägerei zwischen den Hauptpersonen und nach gefühlten 120 Minuten ist das ganze vorbei.

Die Effekte sind zwar passabel, aber ein anständiger Psychothriller wirkt 1000x intensiver als diese penetrante Jagd nach der ultimativen Geschmacklosigkeit, ausgeführt von ein paar gänzlich durch soziale Strukturen durchgerasselte Dumpfbacken, die ihren Sonderschulabschluss sicher mal gegen ein Piercing aufm Schrottplatz eingetauscht haben...

Ja, ich geb zu dass ich nach 8 Minuten des Öfteren die Vorspultaste betätigt habe :/ Aber ich denke, wesentliche Fakten werden mir nicht entgangen sein.

Sollte MORDUM tatsächlich eine verstörende Wirkung auf einige Zuschauer ausüben (er wird sicherlich sowieso nur von denjenigen geschaut, die mit dem Horrorgenre mehr als vertraut sind, da ansonsten wohl niemand auch nur von der Existenz dieses Schundwerks erfahren wird), dann sicherlich durch die äußerst expandierte Darstellung der Gewalt. Dadurch, dass die Kamera minutenlang auf die Szenerie draufhält und man eben das zu sehen bekommt, wo sonst weggeblendet wird.

Aber schockierend wird es dadurch trotzdem nicht. Es ist zwar pervers, geschmacklos und menschenverachtend, aber auch schrecklich langweilig und nervtötend. Erinnert stark an OSTERMONTAG von Heiko Fipper, der ziemlich die gleiche Machart auffährt, aber halt aus Deutschland kommt.

Na wer meint, sich das Ganze antun zu müssen, soll das tun; ich hab mich über die Geldverschwendung geärgert!

FAZIT: Pseudoschockierendes, stupides Amateurmachwerk, dass alle Register zieht und letztendlich doch nur als totlangweilige Zeitverschwendung zu bezeichnen ist :/

p.s.: hab mir außerdem Pan's Labyrinth ausgeliehen und allein die Szene, in der einem der Guerillas die Nase mit der Weinflasche zertrümmert wird, hatte eine bei Weitem verstörendere Wirkung auf mich...das nur nebenbei ;)

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