“Die Insel der Ungeheuer” ist ein Film welcher ab und zu im Nachtprogramm von Kabel 1 läuft und unter der Bezeichnung “Trash” guten Gewissens eingeordnet werden kann.
Allerdings fühlte ich mich durch die gnadenlosen “Specialeffects” (zugegeben der Begriff ist etwas hoch gegriffen) inklusive der schrägen Story bestens unterhalten. Die sonst bei Trash-Movies auftretende Langeweile konnte sich bei mir nicht einstellen, schließlich grübelt man noch lange nach Ende des Films, was einem Bert I. Gordon filmisch auszudrücken versuchte.
Die Geschichte basiert auf einen Roman “H. G. Wells”, was der Film im Vorspann aber ehrlicherweise zugibt. Eine unbekannte Substanz - deren Konsum zu einem extremen Wachstum führt, wird von einer Frau an Tiere verfüttert, sie glaubt es handele sich um ein Geschenk Gottes.
Morgan (Marjoe Gortner) ein Footballspieler, fährt mit einigen Freunden übers Wochenende in die Natur um etwas Erholung und Entspannung zu finden.
Bei einem Jagdausflug wird einer der Jäger von Mutiertenhornissen angegriffen (O.K. die Effekte sind eher mies, manchmal wirken sie so als sei das Filmmaterial einfach nur an den entsprechenden stellen verschmutz, die “Hornissen” von denen er attackiert wird sind einfache Plastikmodelle - die eher wie Fliegen aussehen die in einem Spielzeugladen gekauft wurden).
Morgan versucht in einem nahegelegenen Farmhaus Hilfe zu bekommen, als er in der Scheune nach den Besitzern sehen will, wird er von riesigen Hühnern angegriffen (bei denen ehrlich gesagt - selbige das Lachen anfangen, die Szene ist einfach unbeschreiblich, man muss sie gesehen haben um sie zu glauben - Trash der allerfeinsten Sorte).
Doch der Film hält das Trashige Oeuvre tapfer aufrecht - das sogar noch gesteigert wird (abwarten bis die “Ratten” auftauchen). Nach der Hühnerattacke trifft Morgan die Besitzerin, sie zeigt ihm die Substanz die sie den Tieren zu fressen gibt, in einer weiteren Szene wird die Frau von Riesenwürmern angefallen (erinnert etwas an die “Wurmszene” aus “Todesfalle am Mill Creek”), auch hier heißt es “Trash in Formvollendung”.
Ein Geschäftsmann nebst Sekretärin macht sich auf den Weg (fährt dabei eiskalt an einem Hilfesuchenden jungen Paar vorbei) zu den Farmhaus, er wittert das große Geschäft das er mit dem Futter machen kann. Seine Sekretärin staucht ihn - wegen seiner egozentrischen und rücksichtslosen Art, permanent zusammen, bleibt aber trotzdem bei ihm anstatt zu kündigen.
Da ich schon bei der Charakterbeschreibung bin, mache ich gleich weiter; Morgan (Marjoe Gortner) ist dermaßen edelmütig und selbstlos, das man ruhig etwas weniger dick auftragen hätte können. Die Farmbesitzerin ist ziemlich schrullig und sieht im Futter nur eine Gabe Gottes, vom Gegenteil lässt sie sich nicht überzeugen. Der Geschäftsmann und seine Sekretärin strotzen nur so vor Klischees, auch hier wäre weniger mehr gewesen. Das junge Paar (die Frau ist “natürlich” Schwanger) ist nur ein weiterer Charakter, der nicht wesentlich ins Geschehen eingreift.
Die Riesenratten entpuppen sich als normale Ratten, die - einfach vergrößert, in den Film hineinkopiert wurden (das vergrößerte hineinkopieren ist eine Spezialität Bert I. Gordons). An manchen Stellen werden überdimensionale Rattenattrappen verwendet (was in Zusammenhang mit den hineinkopierten Szenen, gar nicht mal so schlecht aussieht und wohl der Hauptgrund des skurril/ Thrashigen Flairs des Films ist).
Das sich die Handlung auf eine kleine Gruppe reduziert - die in einem Wald ums Überleben kämpft und praktisch isoliert ist, lässt hin und wieder sogar Spannung aufkommen (und erzeugt wegen der Abgeschiedenheit, eine gewisse Ähnlichkeit zu “Todesfalle am Mill Creek“).
Der “Showdown” wird in bester Westernfilm-Manier präsentiert und heimst gehörig Pluspunkte von mir ein, die Ratten werden durch Überflutung des Gebietes regelrecht ertränkt (die durchgeweichten Riesenratten sehen einfach zu grotesk aus, das anschließende stapeln zu einem Scheiterhaufen hat ebenfalls einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen). Das offene Ende in welchem nun “Kühe” an der Reihe sind (die Milch die in einem Kindergarten getrunken wird lässt ahnen wer als nächstes “mutieren” wird), ist fast schon Gesellschaftskritisch und gefällt mir durch den Sarkasmus sehr gut.
Ein Trashfilm wie er im Buche steht, allerdings einer von der extrem unterhaltsamen Sorte.