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Junge Marines werden von Sgt. Highway (Clint Eastwood) ausgebildet und kommen gegen Filmende auf Grenada zum Einsatz.

Die ersten zwei Drittel des Films bieten viele kernige Sprüche von Sgt. Highway und einige anekdotenhaft-witzige Ausbildungssequenzen. Highway muss die Aufklärungseinheit gehörig auf Trab bringen, denn bei seinem Vorgänger haben sie maximal Billardspielen und E-Gitarre gelernt. Natürlich gibt es eine Konkurrenztruppe, die sie durch "Improvisationstalent" schlagen.

Leider tendiert insgesamt das Niveau eher Richtung Police Academy als Richtung Full Metal Jacket.
Am tiefgründigsten ist da noch die nicht ganz einfache Beziehung des Sgt. zu seiner Freundin, die er dadurch zu retten versucht, dass er sich vorher im Auto heimlich Frauenmagazine durchliest.

Und dann kommt der Einsatz: Auf der Insel Grenada hat ein kommunistisches Regime, das mit Cuba und der Sowjetunion zusammenarbeitet, die Macht an sich gerissen. Einige US-Schüler werden in einem Gebäude als Geiseln gehalten. 1986 war dieses damals gerade drei Jahre zurückliegende Ereignis wohl noch allen US-Kinobesuchern präsent, heutzutage muss man sich erstmal kurz an den Kalten Krieg zurückerinnern.
Unsere frisch ausgebildeten Marines fahren hin, etliche bewaffnete Revolutionäre werden erschossen und weggebombt, und schon fallen die befreiten Schüler und vor allem Schülerinnen den Marines um den Hals - "Ich glaube, ich bin verliebt!". Es folgt eine Happy-End-Heldenfeier, die mindestens halb so lang wie der ganze Einsatz dauert.

Sorry, aber für mich passt die unterhaltsame Ausbildung der Chaotentruppe und die vor sich hin dümpelnde Beziehungskiste und der relativ blutig inszenierte Kampfeinsatz nicht zusammen.
Krieg als Abenteuer darzustellen, ist zwar nie unproblematisch, aber für mich dann lieber mit älteren, erfahreneren Haudegen wie in "Das dreckige Dutzend", und nicht mit gerade mal so eben ausgebildeten Jugendlichen.

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