Review

Als Hauptdarsteller, Produzent und Regisseur fungierte Clint Eastwood hier und bereicherte das 80er Jahre Machokino mit " Heartbreak Ridge ". Auch scheint ihm der Charakter von Harry Calahan sehr zu gefallen, denn er behält ihn hier bei, sogar noch ruchloser und respektloser. Das merkt man daran, dass der Film gleich nach seiner Videopremiere indiziert wurde, diesmal nicht wegen der Gewalt, sondern wegen den vielen Beschimpfungen und teils üblen Dialogen, zudem konnte der Film nicht in das Genre Krieg eingeteilt werden, er läuft unter Action, da nehmen es unsere Kontrolleure noch ernster. Eastwood ist im realen Leben auch ein Fan des amerikanischen Militärs, wahrscheinlich auch ein Patriot, so half er auch James Carabatsos beim Verfassen des Drehbuches.
Story:
Tom Highway ( Clint Eastwood ) ist noch ein Sergeant der alten Schule, nun wird er in seine alte Heimat versetzt, um dort als Ausbilder eine Aufklärungstruppe auf Fordermann zu bringen. Aber der lahme Haufen um den Rocksänger Stitch ( Mario Van Peebles ) ist alles andere als motiviert. Auch der Vorgesetzte Major Powers ( Everett McGill ) macht Highway das Leben zur Hölle. Doch er nimmt sich vor aus dem schlappen Haufen eine richtige Marineeinheit zu machen. Die Rekruten bedanken sich bald bei ihrem Gunny Sgt, denn der Ernstfall kommt schnell.

" Heartbreak Ridge " gibt einen feuchten Furz auf die Story. Es geht hier um das kaputte Leben von Tom Highway, die Ausbildung der Aufklärungstruppe und einen anschließenden Einsatz in der Karibik. Highway ist ein respektloser Sgt., welcher in Schimpfworten schwelgt und sogar seine Vorgesetzten zur Sau macht. Auch seine Rekruten nimmt er hart ran, demütigt sie, schlägt sie sogar zusammen, wenn es sein muss. Der typische " Dirty Harry " Charakter, den ich so mochte, kommt hier zum Vorschein, nur noch etwas krasser. Im Sekundentakt bekommt man viele Schimpfworte um die Ohren gehauen und die vielen Onliner sind zum Brüllen. Der ganze Film nimmt sich überhaupt nicht ernst und tut auch wirklich gut daran, denn viel Verstand steckt hier nicht dahinter. Mit den tollen Dialogen macht man Einiges wieder wett. So werden die zwei Stunden zu einem machohaften Erlebnis, ganz ohne Längen. Spannung kommt dabei gar keine auf, ausser im Finale. Es ist uns auch klar, dass die fiesen Vorgesetzten noch ihr Fett weg bekommen, man wartet schon sehnsüchtig darauf. Der Patriotismus wird auch hier hochgehalten, man salutiert vor der Fahne, klopft große Sprüche über die Ehre und der teils heroische Score trägt auch seinen Teil dazu bei. Eastwood übertreibt es aber nicht.
In Punkto Brutalitäten hält er sich auch sehr stark zurück. Bis zum Einsatz in der Karibik gibt es viele Wortgefechte und ein paar kleine Prügeleien. Erst in der letzten halben Stunde kommen Shootouts und viele Explosionen dazu. Da werden viele Feinde von Highway und seiner Einheit umgemäht, wobei man fast ohne blutige Einschüsse auskommt. Die Action hier ist handwerklich perfekt und geizt nicht mit Sachschäden. Nur wenige sympatische Charaktere finden den Tod. Es geht so aus, wie es Amerika gerne hätte, ohne großen Tiefgang, deshalb kann man Eastwood´s Beitrag auch nicht als Kriegsfilm einstufen.
Die Lovestory nebenbei ist auch gegeben. Anfänglich gibt es Streit, doch man findet während des Films natürlich zusammen.
Clint Eastwood trägt den ganzen Film. Seinem brillanten und augenzwinkerndem Schauspiel ist es zu verdanken, dass " Heartbreak Ridge " nicht nur Durchschnitt ist. Machohaft, cool und sehr humorvoll spult er eine tolle Vorstellung herunter, trotz des schon hohen Alters von über 56 Jahren. Everett McGill gibt einen unsympatischen Vorgesetzten, der nur nach dem Handbuch und handelt und Mario Van Peebles zeigt sich von seiner schrillsten Seite. Marsha Mason als Highway´s Ex Frau, steht einen guten Frauenpart.

Fazit:
80er Jahre Machokino, mit Minimalstory, aber tollen Darstellern. Auch der Brachialhumor, versehen mit vielen Schimpfworten, kann punkten, der Patriotismus hält sich in Grenzen. Die wenige Action kann voll und ganz überzeugen, der ganze Film unterhält einfach prächtig, ohne Längen. Score und Kulissen sind stimmig. Absolut kein Meisterwerk, aber wer schon " Dirty Harry " mochte, wird sich hier köstlich amüsieren.

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