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Robin Williams in seiner Paraderolle als trauriger Clown und selbstgerechter Quasi-Heiliger, der mit unorthodoxen Mitteln gegen das Establishment rebelliert und ach so viele Menschen erleuchtet. Der Film ist wie eine Essenz seiner Karriere und meine Probleme, die ich mit CLUB DER TOTEN DICHTER hatte, haben sich hier noch einmal potenziert. Es hat schon seine Gründe, warum Krankenhäuser auf Sterilität und echte Behandlungen Wert legen und die kurzzeitige Belustigung und Ablenkung von z.B. totkranken Kindern von eigens dafür engagierten Komikern und nicht von den Ärzten selber durchgeführt werden. Der echte Patch Adams ist jedenfalls nicht begeistert von dieser eigenwilligen "Biografie", die ihm Affären andichtet und ihn im Grunde als Scharlatan und Dieb (!) hinstellt. Alle anderen Doktoren werden als engstirnige Faschisten abgestempelt. Unerträglicher, verlogener Hollywoodschmalz.
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Die größte Schwäche dieses Films ist sein Hauptdarsteller (obwohl ich Robin Williams normalerweise sehr schätze). In den meisten Szenen kann er sich nicht im Zaum halten und übertreibt maßlos. Unterstützt wird er dabei von ungefähr 100.000 Geigen die dazu im Hintergrund fiedeln. Hätte ein netter Film werden können, mit einem Regisseur der R. Williams ein bißchen gebremst hätte und vielleicht den Schmalztopf nicht gleich zur Gänze übers Publikum ausgegossen hätte. Von der wahren Begebenheit auf der dieser Film beruht (wurde im Vorspann angemerkt), ist glaube ich nicht recht viel übrig gebliegen. Außer der echte Hunter "Patch" Adams lebt in einem Paralleluniversum, in dem zwei lustige Sätze bereits ausreichen um todkranke Menschen in schenkelklopfende Lachsäcke zu verwandeln.