"Hinter dem Horizont" muss man zunächst einmal sacken lassen. Derart hochkonzentrierten, übersentimentalen Kitsch bekommt man wahrlich nicht alle Tage serviert!
Die Grundidee einer Wiederbegegnung im Tod ist dabei sicherlich interessant, allerdings ist es die inhaltliche Umsetzung weitaus weniger: Regisseur Vincent Ward hält den Anspruchs-Ball stets flach, haut dem Zuschauer vielmehr nonstop in allen Regenbogenfarben leuchtende Fantasybilder mit enormem Detailgehalt um die Ohren. Sieht zwar rein technisch nicht schlecht aus und auch die abwechslungsreichen Kulissen verdienen Beachtung, dennoch ist es viel zu viel des Guten. "Hinter dem Horizont" wirkt von vorneherein wie eine kunstvolle Fassade, was im Zusammenspiel mit der kitschigen, viel zu flach bleibenden Story doch eher für Langeweile, ja mitunter auch Verärgerung sorgt. Schlichtere Bilder, dafür philosophischere Gedanken - das wäre definitv der bessere Weg gewesen! Vincent Ward verliert sich leider zusehens in oberflächlichen Sentimentalitäten und enttäuscht letztenendes auch durch eine fast schon lachhafte Auflösung (Stichwort: Wiedergeburt). "Hauptsache Happyend" schien einmal mehr das Motto bei diesem millionenschweren Werk gewesen zu sein, obwohl die gewählte Filmthematik dies eigentlich grundsätzlich ausschliesst. Aber Hollywood tut sich ja bekanntermaßen schwer mit eher pessimistischen Filmendungen, also musste die Alles-Gut-Brechtange her...
Schauspielerisch bewegt sich "Hinter dem Horizont" sicherlich auf professionellem Niveau. Unabhängig davon ist mir Robin Williams mit seinem ewigen Honigkuchen-Lächeln seit jeher unsympathisch.
Cuba Gooding Jr. schaut als Engel auch eher idiotisch aus, einzig Max von Sydow bleibt da bodenständiger und ernster.
Sicherlich wird der Film seine taschentuchbehafteten Freunde finden. Auf meiner Wellenlinie liegt diese kitschige und im Grunde niveaulose Augenwischerrei jedenfalls nicht...