Review

Remake von "Ein Käfig Voller Narren" mit Robin Williams und Gene Hackman.

Story:
Armand Goldman (Robin Williams) und sein Lebensgefährte Albert (Nathan Lane) leiten den Schwulennachtclub "The Birdcage", in dem Albert der gefeierte Star bei den Tanzeinlagen ist. Eines Tages kommt Val, Armand's Sohn vorbei und eröffnet ihm, dass er bald heiraten wird. Barbara, seine Auswählte, ist Tochter des erzkonservativen republikanischen Senators Keeley (Gene Hackman), Gründer des Vereins zur Erhaltung moralischer Werte, der kurz vor seiner Wiederwahl steht. Eine traditionelle Ehe scheint ihm genau das richtige Mittel zu sein, um sein Image zu festigen. Aber vorher möchten er und seine Frau Val's Eltern näher kennen lernen und kündigen sich zum Abendessen an. Jetzt gibt's natürlich das Problem, dass Val keine Eltern im herkömmlichen Sinn hat...

"The Birdcage" hält sich im Großen und Ganzen an die Vorlage des französischen Originals, kommt aber leider viel zu spät in die Gänge. Erst als die beiden völlig unterschiedlichen Familien aufeinandertreffen und es eine peinliche Situation nach der nächsten gibt, gewinnt der Film an Fahrt. Die erste Stunde ist dagegen äußerst zäh inszeniert. Es gibt zwar schon hier und da mal einen Lacher, die großen Brüllern wurden aber alle in die letzte halbe Stunde gepackt, eine etwas unglückliche Entscheidung.

Es wird sich viel Zeit genommen, die Charaktere einzuführen und vorzustellen, ohne aber auf den Punkt zu kommen. So darf man Armand und Albert eine ganze Weile bei ihrem bunten Treiben zuschauen, ohne dass das Ganze erkennbar auf einen Höhepunkt rauslaufen würde. Zudem scheint sich der Film auch etwas zu ernst zu nehmen, die ganzen Schwulenklischees werden zwar präsentiert, aber das wäre sicherlich auch etwas witziger möglich gewesen, als es hier der Fall ist.

Sobald dann das Abendessen anfängt, geht die Post ab, aber das entschädigt auch nur bedingt für die erste Stunde. Da wäre weniger mal wieder mehr gewesen, ohne dass etwas Wesentliches gefehlt hätte. Da ich das Original nur einmal vor sehr langer Zeit gesehen habe, kann ich jetzt keinen direkten Vergleich anstellen, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass der Film nicht so lange lief wie "The Birdcage". Vielleicht kommt mir das aber aufgrund der zähen ersten Stunde auch nur so vor.

Schauspielerisch kann man dagegen nicht viel meckern, sowohl Williams als auch Lane spielen die Schwuchteln geradezu perfekt, vielleicht auch ein wenig zu perfekt, denn es fehlt ein bisschen an Gags. Richtig klasse dagegen Gene Hackman als konservativer Senator, die Rolle ist ihm wie auf den Leib geschneidert. Alle übrigen Schauspieler ergänzen sich prima, ohne allerdings großartig aufzufallen. Die Musik ist thematisch natürlich passend, vor allen Dingen gibt's 70er Jahre Discomucke zu hören.

Fazit: Wäre die erste Stunde nicht gar so in die Länge gezogen, hätte der Film locker 2 Punkte mehr erhalten. Aber nur das gelungene Ende heben das Gesamtwerk leider nicht über besseres Mittelmaß hinaus. Schade drum.

6 von 10 Punkten

Details
Ähnliche Filme