Daniel Küblböck ist erfolgreich - er gibt gut besuchte Konzerte. Doch er hat nicht nur Fans, was ihn allerdings nicht aufhält, weiterzumachen. Sein Großvater, welcher bereits vor langer Zeit gestorben ist, begleitet Daniel auf seinem Weg und unterstützt ihn, wenn er sich nicht sicher ist. Zwei Teenager kommen zu dem Schluß, Daniel Küblböck hat keine Berechtigung, erfolgreich zu sein, da er nicht singen kann. Sie wollen ihn aufhalten und entschließen sich, Daniel auf dem nächsten Konzert in Passau zu töten. Durch diese Tat erhoffen sie sich, gleichfalls berühmt zu werden.
Eigentlich versuche ich ja immer noch mit einem Minimum an Objektivität auch noch an den letzten Grützenfilm ranzugehen, aber auch die hat der Eggenfelder Einzeller mühelos nach wenigen Sekunden zerstört. Andererseits hab ich mich auch über die Jahre etwas beruhigen können, nachdem er seine mediale Dauerpräsenz gegen die verdiente Versenkung für androgyne Prominenzparasiten getauscht hat. Von der filmischen Variante seiner fünf Minuten Ruhm hatte ich schon viel gehört (wenig erbauliches natürlich)und als die SchleFaZ Reihe ihn jetzt sogar als Free-TV Weltpremiere in der freien Glotze brachten, wurde es doch mal Zeit die Wissenslücke zu schließen.
Um es da schonmal vorweg zu nehmen, was auch immer alles Schlechtes gesagt und welche Menge Häme ausgeschüttet wurden, sie haben alle Recht. Wer so ein Werk auf die Menschheit losläßt (und das sogar mit einem Kinostart) muß entweder eine gehörige Portion Mut oder Dreistigkeit besitzen. Die verdiente Belohnung ist dann ein ewiger Eintrag in allen Flop Ten aller Zeiten aller bekannten Filmseiten im weiten Netz.
Hauptschuldiger daran, das einem ob der gesehenen Schlechtigkeiten schnell die Superlative ausgehen ist in diesem semidokumentarischen Quark aber weniger die bayrische Springspinne, sondern doch eher ein gewisser Ulli Lommel. Seines Zeichens ist dieser immerhin ein Ziehschüler von Rainer Werner Fassbinder, hat aber dort in der Lehre wohl eher Käsekästchen gespielt statt zuzuhören, denn seinen einzigen weiteren Film den ich kenne heißt Boogeyman 2 und ist auch mehr ein Beispiel für Antikunst.
Wir haben also ein gehyptes Kid, das zielsicher an jedem richtigen Ton vorbeischrammelt und von Schauspielerei so viel Ahnung hat wie von Klamottengeschmack und einen angeblichen Kunstfilmer, der von Kamera, Regie, Produktion und sogar in einer tragengen Rolle im Film alles selbst verbockt hat, was sogar bei einem Jochen Taubert nicht passieren würde. Das geht beim ultrabilligen Viedeolook los, einer lächerlichen Story als leide man noch unter einer Gehirnerschütterung nach einem Gurkenlaster-Crash und Darstellern für die sich jedes Schultheater schämen müßte. Mir fallen da echt nur noch zwei Sachen ein die man vielleicht als positiv werten könnte. Es hängt kein Mikro im Bild und die Laufzeit ist angenehm kurz und wenn man die zahlreichen überflüssigen Musikeinlagen vorspult ist das Ding nach 60 Minuten durch.
Die ganze Plotte um zwei Antifans, die ihr Haßobjekt mal erschießen und mal entführen wollen (Meinen Segen dazu haben sie) und die durch Engel Daniels positiver Energie mittels instant Gehirnwashing schneller zu Fans mutieren, als ein Politiker mit schlechten Meinungsumfragen sein Fähnchen in den Wind hängt, ist zudem an Lächerlichkeit und kindlicher Naivität kaum zu überbieten. Wer das Ding durch die Endkontrolle gewunken hat, muß ein echter Menschenhasser sein. Nochmal, ich hege keinen aktuellen persönlichen Groll gegen irgendeinen der Beteiligten, aber gegen Danizauberer ist jedes Asylum Nebenprodukt ein monumentales Epos und auch klassische Vollgurken wie Piratenmassaker, Dark Area und Exhibitionisten-Attacke müssen in einem neuen Licht betrachtet werden.
Trotzdem würde ich jedem empfehlen sich diese zelluloidene Geschmacksvergewaltigung einmal anzuschauen, allein um den Niveauhorizont zu bilden oder neu zu justieren.
1/10