Review

Allein die Prämisse macht Lust auf mehr: Literaturprofessor an der Uni erfährt, daß in seinem Körper ein tödliches Gift kreist und er nur noch gut 24 Stunden zu leben hat.
Doch wer wollte ihn umbringen und vor allem warum?

Das ist bester "Film Noir", der hier als Remake seine Wiederauferstehung findet.
Nach diversen Szenen, die uns eine ganze Reihe von verdächtigen Charakteren präsentieren, läßt Dennis Quaid mit uns den vergangenen Tag noch einmal Revue passieren und sucht gegen die Uhr sämtliche Personen, die seinen Weg gekreuzt haben, noch einmal auf. Und um die Jagd farbiger zu machen, stolpert er dabei über immer mehr Leichen.

Schon am Anfang informiert uns ein Gespräch bei der Polizei, daß es in diesem Fall schon mehrere Tote gegeben hat, angefangen bei einem Studenten und fortgesetzt bei Cornells (Quaids) eigener Frau. Die Suche nach dem Motiv führt den sonst stets unter Alkohol stehenden Helden mitten in eine mörderische Intrige rund um die Uni-Leitung und noch einmal in die Arme einer jungen Schönen, die Meg Ryan verkörpert und die ihm notgedrungen bis gezwungen hilft.

Mit Todesverachtung und der gewissen Portion lebensgefährdetem Zynismus kämpft sich Cornell durch das Dickicht, ehe seine Zeit abläuft, um am Schluß festzustellen, daß das ganze Motiv, das er sich zurechtgelegt hatte, vollkommen falsch. Der Täter war ein ganz anderer, die Lösung lag vor seiner Nase, aber auch diese letzte Erkenntnis mit Geständnis wird er noch überleben, Ironie in seiner reinsten Form.
Bisweilen ist man lediglich versucht, darüber zu grübeln, wer warum als nächstes ins Gras beißt, doch da hat der Film einige Überraschungen parat. Dennoch belastet es manchmal die Logik, wie gut die Teile zusammen passen, wie einfach man doch einen Schritt weiterkommt und was für ein schwarzes Loch doch eine US-Uni sein kann.

Quaid ist in Topform, erst unter Stoff und dann in voller Verzweiflung, während Meg Ryan leider komplett fehlbesetzt ist. Wesentlich zu alt für die naive Studentin, die sie geben muß, verfängt ihr übliches Strahlen in der notwendigen Düsternis überhaupt nicht.
Die Auflösung aber ist clever konstruiert, wenn man eine konstruierte Auflösung denn überhaupt als clever ansehen will, denn mit Realismus hat das natürlich nichts zu tun.
Als wiederbelebte Modernisierung des Film Noir kam der Film zwei Jahre zu früh, doch er ist ungewöhnlich genug, um ihn zu genießen. (7/10)

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