„Man-Thing“ war von Anfang an als DTV Produktion gedacht, sollte zwischenzeitlich aber eine kleine Kinoauswertung bekommen um dann, nach schlechten Testvorführungen, seine Premiere im Sci-Fi Channel zu feiern. Die jetzt auf DVD veröffentlichte Version ist aber länger und härter als die TV Ausstrahlung.
Nun zum Film. „Man-Thing“ stammt auch aus dem MARVEL Universum, war aber von Anfang an eher als Horrorcomic anzusehen und ist allenfalls nur den Insidern bekannt. Dass gerade diese Figur für eine Verfilmung ausgesucht wurde und (wenn die Angabe in der IMDB stimmt) dazu noch ein stattliches Budget von ca. 30 Millionen $ zur Verfügung gestellt bekommen hat, überrascht doch etwas. Denn der DC Kollege „Swamp Thing“ (auch schon mit einigen unwürdigen Umsetzungen "gewürdigt" wurden) ist weitaus bekannter und auch eher ein Superheld, als das Monster Man-Thing. Beide Figuren wurden übrigens fast zur gleichen Zeit entworfen und keiner ist voneinander Kopiert wurden, wie oftmals vermutet wird. Seinen ersten Auftritt hatte das Man-Thing 1971 in der Reihe „Savage Tales“ und bekam 1974 seine erste eigene Serie.
Wie gesagt ist die Kreatur (erschaffen von Roy Thomas und Gerry Conway) eher als Monster anzusehen die sich als Beschützer der Natur erhebt und auch tötet. So fehlt schon mal das typische Helden Klischee niemanden das leben zu nehmen. Das Man-Thing war früher mal ein menschlicher Wissenschaftler der mit einem Serum(welches übrigens das gleiche ist, welches „Captain America“ zum Superhelden machte) vor Agenten flieht, von ihnen getötet wird und durch das Serum sowie die Magie des Sumpfes als Sumpfkreatur wiedergeboren wird. Später wurde die Figur aber auch freundlicher und Heldenhafter dargestellt. Seine Hauptkraft ist es eigentlich die Ängste seiner Feinde zu erkennen und gegen diese einzusetzen. Daneben ist es verdammt stark und, durch seinen Schlammigen Körper, fast unzerstörbar. Außerdem kann er seine Körperform in der Größe verändern sowie die dichte, um ,ohne Probleme, Dinge zerstören zu können. Zwar kann er den Sumpf verlassen, aber nur für eine bestimmte Zeit, da er den Sumpf zum überleben brauch.
Allzu viel ist davon natürlich nicht im Film übrig geblieben. Zwar hat das Man-Thing vor der Verwandlung noch den gleichen Namen (Ted Sallis), wird aber von einem Wissenschaftler zum Indianischen Schamanen und nur noch durch die magische Kraft des Sumpfes, nach seiner Ermordung, zum Leben erweckt, um die Zerstörung der Umwelt aufzuhalten. Sowieso nicht gerade eine leichte Figur für eine Comicverfilmung (da weder gut noch böse), verkommt das Ding im Film eher zu einem normalen Monster, welches teilweise Gutes im Sinn hat, aber nicht zwischen den aufrichtigen Leuten unterscheiden kann. Noch schlimmer ist aber, dass die Kreatur zur Nebenfigur verdammt wird. Man bekommt die Hauptfigur vielleicht insgesamt 15 Minuten im Film zu sehen. Ich erwarte von einer Comicverfilmung natürlich dass der Hauptcharakter auch die Hauptfigur ist. Hier leider nicht. Der Film konzentriert sich auf den neuen Sheriff (Mathew Le Nevez „Garage Days“) und die Auflösung der Morde, die das Man-Thing immer wieder begeht. Leider ist das alles etwas dröge und ziemlich Spannungsarm erzählt. Man weiß von Anfang an wer der Böse ist, das sich eine Liebesgeschichte anbahnt(die im Übrigen ziemlich reingequetscht wirkt) und einige Plotholes sind etwas naiv. Das bei den ständigen Morden weiterhin nur der Ortssheriff ermittelt, ist nur ein Beispiel; auch wen mal kurz das FBI erwähnt wird.
Wo der Film punkten kann ist eindeutig die Atmosphäre. Ähnlich wie bei seinem Debüt „Dead Pit“ zaubert Brett Leonard („Lawnmower Man“, „Virtuosity“) einige sehr gelungene Bilder und Lichteffekte auf den Bildschirm. Die Szenen im Sumpf (die allesamt im Studio entstanden) sind unheimlich, düster und Top ausgestattet. Durch die gelungene Hintergrundbeleuchtung wird der Film optisch auf Vordermann gebracht und präsentiert dadurch eine surreale eigene (Sumpf-)Welt, in der man nicht weiß was als nächstes passiert und wo das Unheil lauert. Auch außerhalb des Sumpfes arbeitet der Regisseur mit Farbfiltern und schafft es so, den Film über den üblichen Schauwerten einer DTV Produktion zu bugsieren. Gut gelungen sind die Special Effects. Es gibt einige, für eine Comicverfilmung, recht harte Mordsequenzen, die immer mit CGI Effekten ausgeführt werden, da das Monster meistens seine Opfer mit den Möglichkeiten der Natur umbringt. Soll heißen: Die Opfer werden von Ästen durchbohrt oder von Ranken aufgespießt usw.
Auch Man-Thing selbst, sieht, wenn er denn mal ganz zu sehen ist, gut aus. Dabei erinnern einige Bilder an „Spawn“ mit seinen bewegenden Ketten, nur das es hier Äste und ähnliches Zeug ist. Doch leider ist der „Held“ einfach zu wenig an. Mag es bei Filmen wie „Alien“ oder „Pitch Black“ Sinn machen, hätte man das hier eindeutig besser lösen müssen.
Über die Schauspieler braucht man nicht viele Worte verlieren. Der Cast besteht hauptsächlich aus australischen Darstellern, da der Film auch Komplett dort gedreht wurde. Dadurch sind sie alle ziemlich unbekannt, hinterlassen aber auch keine besonders negativen Merkmale. Herausstechen tut natürlich die Australische Schauspiellegende Jack Thomspon („Star Wars Episode 2“, „Flesh and Blood“) der mühelos die charismatischste Darstellung bietet. Dazu muss man aber auch sagen, dass sämtliche Charaktere keine Tiefe zugestanden bekommen.
Fazit:
„Man-Thing“ ist ein zweischneidiges Schwert. Teilweise dümpelt der Film uninteressant vor sich hin, dann wiederum kann er durch etliche Atmosphärische Bilder, guten Effekten und garstigen Morden überzeugen. Unverzeihlich ist die Vernachlässigung der Hauptfigur. Man-Thing selbst, kommt viel zu kurz und dadurch bleibt auch die Action auf der Strecke. Wenn er denn mal in Erscheinung tritt, hat der Film auch die besten Momente. Doch warum Produzent Avi Arad („Spider Man“, „X-Men“) für das Drehbuch so viel Geld zur Verfügung stellte ist fraglich. Man muss nur bedenken das „The Punisher 04“ auch nicht viel mehr gekostet hat. So ist es nicht verwunderlich das der Film nie eine Chance für einen Kinoeinsatz hatte, doch als DVD Futter kann man sich den Film sicherlich antun. Comicfans tun dies ja ohnehin.