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ACHTUNG ! SPOILER!

Low budget Swamp-Trash!

Irgendwo in den Sümpfen von Louisiana treibt ein Satanskult sein mörderisches Unwesen. Der Universitätsprofessor Ralph Haynes (Alvy Moore) macht sich zusammen mit seiner Sekretärin Maggie (Shelby Grant), der medial veranlagten Tasha (Thordis Brandt), den beiden Studenten Owen (Tony Benson) und Sharon (Robyn Millan) und dem Reporter Victor Gordon (Anthony Eisley) auf, um die rätselhaften Vorgänge zu untersuchen. Dabei gerät Tasha schon bald in den Bann des unheimlichen Hexenmeisters Luther the Berserk (John Lodge). Unter seinem hypnotischen Einfluss lockt Tasha zunächst Owen und etwas später auch Sharon in einen Hinterhalt. Beide werden von Luther brutal getötet. Danach zapft Luther seinen Opfern das Blut ab, um es später bei einem Ritual zur Beschwörung des Teufels zu verwenden.

Inzwischen haben Haynes, Maggie und Gordon das Refugium der Satanisten ausfindig gemacht. Heimlich tauschen sie das gesammelte Menschenblut gegen Schweineblut aus. Während die Mitglieder des Satanskultes eine wilden Orgie feiern, überwältigen Haynes und Gordon den Anführer Luther und fesseln ihn, ohne dass die anderen etwas davon mitbekommen. Nachdem die Satanisten das Schweineblut getrunken haben, gehen sie elendig zu Grunde und lösen sich in Nichts auf. Luther hat sich allerdings inzwischen befreit und Maggie und Haynes getötet.

Luther verfolgt nun die flüchtenden Gordon und Tasha durch den Sumpf. Es kommt zu einem heftigen Zweikampf zwischen Gordon und Luther, wobei Luther in den Sumpf stürzt und versinkt. Erleichtert schließt Gordon nun Tasha in die Arme, doch mit einem satanischen Lachen stößt sie diesen plötzlich von sich. Gordon taumelt zurück, stürzt in den Sumpf und versinkt ebenfalls. Teuflisch grinsend bleibt Tasha zurück...

THE WITCHMAKER ist ein bizarrer okkult Horrorfilm für anspruchslose Gemüter. Der wenig bekannte und viel zu episch angelegte Film ist über weite Strecken einfach nur langweilig. Schon die Tatsache, dass sich die magere Handlung praktisch nur auf zwei Drehorte beschränkt, das Haus im Sumpf in dem die Gruppe logiert und der Unterschlupf der Satanisten, macht es so gut wie unmöglich, eine abwechslungsreiche, spannende Geschichte zu erzählen. So muss man stattdessen viele Szenen mit faden Dialogen über sich ergehen lassen, die weitgehend substanzlos sind und zudem ohne Sinn für Dramatik inszeniert wurden.

Die Protagonisten werden bestenfalls marginal charakterisiert und man entwickelt kaum Interesse an ihrem Schicksal. Dass der Held des Films in der letzten Szene ebenfalls umkommt, nachdem bereits so gut wie alle Akteure das Zeitliche gesegnet haben, ist zwar eine Überraschung, ändert aber nichts mehr am Desinteresse des Zuschauers. So bleiben allein ein paar stimmungsvolle Außenaufnahmen positiv in Erinnerung, in denen der unheimliche, nebelverhangene Sumpf wirkungsvoll eingefangen wurde. Der Rest ist reden, reden, reden!

THE WITCHMAKER (Laufzeit 98:43 Minuten) ist nie in deutscher Sprache veröffentlicht worden. In den 80er Jahren kam in den Niederlanden bei E.V.C. eine leicht gekürzte VHS (91:31 Minuten) auf den Markt, die den insgesamt recht dunklen Film in relativ guter Qualität präsentiert. Ebenfalls in den 80er Jahren kam in England eine VHS „...in a poorly pan-and-scanned transfer...“ (Wingrove: 149) bei „Derann“ heraus, und 2011 eine DVD bei „Code Red“ in den USA, über deren Qualität hier nichts gesagt werden kann. Laut IMDb gab es im Laufe der Zeit auch noch Veröffentlichungen in Italien, Mexiko, Spanien und in der Türkei. Im Netz sind verschiedene Versionen verfügbar, die aber alle eine bescheidene Bildqualität aufweisen. In den 70er Jahren wurde der Film unter dem Titel „Legend of Witch Hollow“ erneut aufgeführt. Unter diesem Titel ist der Film auch im Internet zu finden (Stand: 03/2025), wobei diese Fassung die bisher beste Bildqualität aufweist.


Über den Regisseur des Films, William O. Brown, gibt es so gut wie keine Informationen. 1965 inszenierte er mit „One Way Wahine“ seinen ersten Film (ebenfalls mit Anthony Eisley). Dieser Streifen ist noch weniger bekannt als THE WITCHMAKER (er wird z.B. in der OFDb nicht geführt / (Stand: 03/2025)) und er wurde in einer vom TV-Bildschirm abgefilmten Version (so sieht es jedenfalls aus) von der Firma „The Video Beat!.com“ auf DVD veröffentlicht. Weitere Filme scheint William O. Brown nicht inszeniert zu haben.


Literatur:

Wingrove, Nigel and Marc Morris: The Art of the Nasty, FAB Press, England 2009

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