Na das nenne ich mal innovativ! Nach all den unzähligen Tierschockern mit Krokodilen und mindestens ebenso vielen mit Dinosauriern hat man einfach beide Viecher gekreuzt und eine neue Kreatur auf den Horrorfan losgelassen. Was es gebracht hat? Einen völlig überflüssigen Scheißfilm mit einem gekreuzten Vieh aus Krokodil und Dinosaurier.
Eigentlich ist es schon eine Frechheit, was in diesem Jahrtausend in diesem Genre schon alles geboten wurde. Mein Rat an dieser Stelle: Liebe Filmemacher: Macht bitte einen Top-Blockbuster, der den heutigen Stand der CGI-Technik ausreizt, oder lasst es bleiben und setzt auf die uralte Trash-Variante, bei der man abfeiern kann. Zwischen den Stühlen sollte es kein Regisseur versuchen. Doch genau da landete „Dinocroc"...
Die Story ist aus dem Horrorbaukasten schnell zusammengebastelt, dafür reichen schon die Schlagworte: Geheimes Genforschungslabor - mutiertes Vieh bricht aus - arrogante Wissenschaftler leugnen hartnäckig eine Gefahr - Vieh fühlt sich wohl in neuer Umwelt, sprich einem touristisch gut besuchten See - mehrere Menschen werden weggeknuspert - Polizei ist machtlos bei der Jagd - Liebesgeschichte der zwei Hauptdarsteller usw. Mehr Malen nach Zahlen geht bald gar nicht. Mehr Langeweile allerdings auch nicht.
Dass die Jagd nach dem Dinokrokodil vornehmlich nachts erfolgt, ist ziemlich idiotisch, aber mehr konnte man tricktechnisch dem Zuschauer wohl nicht zeigen (oder auch zumuten), denn selten konnte man die Echse ganz bewundern. Blutig war's stellenweise schon, und dass ausgerechnet ein Kind mit abgebissenem Kopf den schaurigen Höhepunkt bildete, hat mich angesichts der ansonsten dezenten Bilder schon etwas verwundert. So scheidet also auch die Splatterfraktion als Zielgruppe aus.
Noch ein Wort zur Musik. Die zumeist sakral gehaltenen Klänge Marke „Herr der Ringe" waren dermaßen unpassend und häufig, dass man fast den Ton wegdrehen wollte. Genauso bescheuert war das nervige Vorlesen von englischen Hinweisschildern in der deutschen Synchro mit einer gelangweilten Off-Stimme, die fast wie aus einem Hörfilm klang.
Fazit: Ein Horrofilmchen der extrem langweiligen Sorte, hier kann kein Fan so richtig bedient werden. Auch Freunde von B-Movies werden Charme und Spielfreude vermissen. Hab ich morgen schon wieder vergessen.