Review

„Jurassic“ war gerade aus, also kreuzen wir mal was Neues und nennen es „Dinocroc“ – auf solche Ideen können nur die Resteverwerter von Onkel Roger (Corman) kommen und so winkt der Altmeister dann auch als Producer aus den Credits.

Kein Wunder, denn die Story ist mal wieder C-Ware at its best: ein geheimnisvolles Labor, daß mit Dino-DNS vor sich hinexperimentiert, aber den ganzen Film dann damit beschäftigt ist, jede Verantwortung auf irgendwelche Beteiligten abzuwälzen, was mindestens noch alberner ist als die Spezialeffekte. Aus besagtem Labor entflieht also ein Zuchtexemplar und wächst sich zum Titelhelden aus, ein richtig schön fies-großes Gerät mit langen Zähnen und ordentlich PS unter der Haube. Knorke!

In diese Suppe werfen wir nun Costas Mandylor als schicksalsgeprüften Kroko-Jäger, einen leidgeprüften Bildhauer (oder wie immer man diese Kunstschweißer nennt) und dessen Freundin samt Kultfresse Charles Napier als Sheriff. Ab geht die Post...

Daß sich die Jäger nicht sonderlich kreativ anstellen und es über die erste Filmhälfte hauptsächlich darum geht, einen dreibeinigen Hund zu suchen, läßt die Gnädigkeitsschwelle dann auch recht bald absinken. Der beste Augenblick ist immer noch der, in dem des Hauers kleiner Bruder Michael auf Hundesuche spontan durch den Hüttenboden eines Anglerhäuschen verknuspert wird – und der Biss sitzt endet genau in Kehlkopfhöhe.
Bonuspoints also dafür, daß hier mal die Kinderbratze dran glauben muß, anschließend versinkt der Film dann wieder in halbblöden Fangplänen, die auch noch dadurch torpediert werden, daß das blonde Hübschen am Ende im Turbo-Greenpeace-Modus nicht bereit ist, ein paar Tierheimhunde zu opfern und sich und die ganze Aktion damit in akute Gefahr bringt.

Den Vogel schießt am Ende natürlich die noch zu bestrafende Firmensprecherin ab, die sich ihre „Wir-streiten-alles-ab“-Rede unpassenderweise vor dem vermeintlich toten Monstervieh gönnt und natürlich verhackstückt wird.

Pi mal Daumen macht das Croci übrigens einigermaßen was her und hat auch tüchtig Biss (bis auf die Schwimmszenen), das alles ist jedoch in einen so dämlichen Plot gekleidet, daß keine Schmerztablette dagegen noch was ausrichten kann.

Die Extra-Augenbraue geht an den magischen Augenblick, wenn unser Künstler auf dem Küchentisch nen Apfel deponiert und daran einen Zettel anlehnt, der das frugale Knappmahl als „Frühstück für Michael“ apostrophiert, was uns der Synchronsprecher auch noch zeitgleich übersetzt.

Alles in allem zu viel Leerlauf und zu wenig interessante Ideen, die man mit dem Vieh noch hätte umsetzen können, nur für akute Monster-Komplettisten. (3/10)

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