Review

„Der neunte Tag“ ist intelligent und sauber inszeniert worden-leider auch dermaßen zaghaft und dialoglastig,dass man schnell das Interesse verliert.

Pfarrer Kremer ist zur Zeit des 2.Weltkriegs Gefangener im KZ Dachau.Überraschend bekommt er 9 Tage Urlaub,um in seine Heimat Luxemburg zu reisen.Hier wartet Gestapo-Chef Gebhardt auf ihn.Er will Krämer mit allen Mitteln davon überzeugen,etwas für den Zusammenhalt von katholischer Kirche und Naziregime zu bewirken.

Sicherlich ein Film zum Nachdenken,keine Frage.Ein stets heißes Eisen wurde zum x-ten Male aus dem Feuer geholt,um eine halbwegs authentische Story daraus zu basteln.
Das Ganze wurde für mein Empfinden aber zu typisch deutsch umgesetzt:
Geniale Darsteller innerhalb einer sterilen und emotionslosen Umsetzung.
Allein Ulrich Matthes hätte für seine Darstellung einen Oscar verdient und auch die Nebenrollen sind bis aufs Detail perfekt besetzt.Demgegenüber steht eine langweilige und dialoglastige Inszenierung,die auf ganzer Linie enttäuscht und zu keiner Zeit spannend ist.
Es entwickelt sich zu einem kleinen Kammerspiel,in dessen Zentrum das psychologische Rededuell vom Priester und dem Gestapomann steht.
Handwerklich alles toll gemacht,doch was nützt es,wenn man beim Zuschauen ständig gegen Langeweile ankämpfen muß,weil alles ohne Tempo und Überraschungen abläuft.

Der Film hat mich persönlich fast gar nicht berührt,zu emotionslos und konstruiert wird das Thema von Kirche und Naziregime vermittelt.Einzig die ersten Minuten des Streifens bewirken Gefühlsregungen mit Mut zur Realität.
Danach plätschert alles nur so vor sich hin,da können auch exzellente Darsteller und anspruchsvolle Dialoge keine lahme und mutlose Inszenierung retten.
4 von 10 Punkten

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