Es ist schon eine Weile her seit ich in den zweifelhaften Genuss von „Draculas Rückkehr“ gekommen bin und da ich schon damals kaum bereit war mir den Film in voller Länge anzusehen werde ich mich hier hoffentlich kurz fassen.
Nach dem hervorragendem „Blut für Dracula“ ist der erste nicht von Terence Fisher inszenierte Film der Reihe eine wahre Enttäuschung. Die Story stammt wie schon beim Vorgänger aus der Feder von John Elder (alias Hammer – Produzent Anthony Hinds). Diese hatte schon in „Blut für Dracula“ die enge Verbindung zwischen Vampirismus und (christlicher) Religion aufgezeigt und da dies dort so gut funktioniert hatte spielte er dieses Thema hier wohl noch stärker durch. Dies bringt aber nichts und sondern nervt viel eher noch zusätzlich, denn Elder / Hinds hat sich dieses Mal eine Handlung aus den Fingern gesogen, die man nur als konfus bezeichnen kann. Das beginnt schon mit der Eingangsszene, in der eine Frauenleiche mit blutigen Bisswunden am Hals kopfüber in einer Kirchenglocke hängt. Dies mag zwar ein netter kleiner Schockeffekt sein, allerdings wird nie geklärt wer für dieses Opfer eigentlich verantwortlich ist, denn Dracula wird ja erst infolge dieses Vorfalls wiederbelebt. Einen solchen Schnitzer gleich zu beginn zu bringen ist schwach Mr. Hinds.
Doch das war noch längst nicht alles. Dracula liegt noch immer unter dem Eis, unter das er im Vorgänger – Film gerutscht ist (haben die nur Winter in den Karpaten) ein Priester will erst hoch zum Schloss um es zu exorzieren, dann doch nicht, dann steht er zunächst auf Draculas Seite dann doch nicht usw. Die Krönung ist sicherlich die verpatzte Pfählung des Grafen, eine Szene, bei der sich Christopher Lee zunächst weigerte sie zu spielen. Laut Priester hätte noch ein Gebet gesprochen werden müssen. Seit wann denn das bitteschön. Das hat Dr. Van Helsing (zumindest der Peter Cushing – Van Helsing) auch nie getan. Wenn der junge Student daneben gestanden hätte und gestammelt hätte, „Ich glaube nicht daran“ wär’s wieder viel verständlicher gewesen und auch durchaus den ungeschriebenen Gesetzen des Vampirismus entsprechend.
Wo wir schon beim Studenten sind, dieser ist einfach ein blasser schwächlicher Jüngling, den Dracula eigentlich nach allen Regeln der Kunst hätte fertig machen müssen, wenn es der Autor nicht anders gewollt hätte. Der Kerl reciht an keinen Andrew Keir (der Abt aus „Blut für Dracula) und noch nicht einmal an einen Thorley Walters heran, geschweige denn an einen Peter Cushing. Auch die restliche Besetzung reißt einen nicht vom Hocker, außer vielleicht Christopher Lee. Dieser wird jedoch in der deutschen Fassung von der furchtbar unpassenden Synchronstimme Gerd Martinzens (sprach u. a. Louise de Funes) abdisqualifiziert.
Dass die Regie einiges durch eine stimmungsvolle Inszenierung herausreißen würde kann man auch beim besten Willen nicht sagen. Denn auf dem Regiestuhl saß hier Freddie Francis, der zuvor ein Oscar – prämierter Kameramann war und auch rund 20 Horrorfilme drehte, davon nichts wirklich Bemerkenswertes. So auch hier. Die Herkunft des Regisseurs ist dem Film anzumerken, denn Francis Hauptaugenmerk scheint „originellen Kameraeinstellungen“ zu gelten, statt der Erzeugung von Atmosphäre. Dabei hat er den ganzen Film auch noch mit einer seltsamen farbigen Umrandung durchsetzt, die wohl so eine Art Stummfilm – Feeling aufkommen lassen soll (jedenfalls interpretier ich das so), den Zuschauer von heute jedoch ungemein nervt.
Der Film „Draculas Rückkehr“ kann allenfalls durch die Hammer – typisch gut gelungenen Kulissen und passenden Locations ein wenig Horror – Stimmung hervorbringen, da solches aber auch schon die Vorgänger – Filme boten, kann dies nicht reichen.
Immerhin ist John Elder wieder ein interessanter Tod (besser gesagt Vernichtung) für Dracula eingefallen, der diesmal sogar recht blutig ausgefallen ist (so ein Aufspießen auf einem Kreuz tut schon beim zusehen weh).
Ist doch länger geworden als ich dachte.
4 / 10