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Marie  ist auf der Reise zu ihrer gemieteten Wochenendwohnung im Wald, als sie von 2 Wagen eingekesselt wird. Flüchtend wird sie durch den Wald gejagt und letztendlich von 6 Männern vergewaltigt. 9 Monate später entfaltet sich die verschüchterte und schreckhafte Frau zur Gothicbraut und macht sich bereit  ihre Vergewaltigung zu rächen.

Dieses angeblich für 499€ abgedrehte Amateurfilmchen lässt sofort erkennen welcher voranschreitende Film zur Inspiration diente. Der berüchtigte Rape and Revenge Klassiker "I spit on your grave" muss hierfür in allen Belangen herhalten. Klar, unter den folgenen Umständen ist es eigentlich nahezu unmöglich einen Film dieser Art zu drehen, der nur ansatzweise die Qualität jenes Filmes haben könnte, was der Film auch sicherlich nicht beabsichtigt. Man sieht den Darstellern förmlich beim ersten Auftreten an, wie gezwungen sie versuchen ernsthaft zu spielen, wenn auch viele hier sich selbst irgendwo spielen. Um einen prolligen und einfältigen Vergewaltiger zu spielen, braucht man selbstredend nicht viel Talent, vorallem wenn sich das Ganze in einem typisch einfältigen deutschen Kaff abspielt. Zumindest in dieser Hinsicht, hebt sich dieses Werk hervorragend von anderen dummdeutschen Amateurproduktionen ab, peinlich agiert hier jedenfalls niemand und jegliche Taten sind nachvollziehbar, was auch daran legen könnte, dass hier ohnehin wenig passiert. Ähnlich verläuft es mit den Dialogen, die eher klingen als hätte man spontan eingefügt anstatt einzustudieren. Wirkt jedenfalls authentisch wenn dieser einfältige Langhaarige den Oberassi raushängen lässt. Trotzdem mutet das Ganze geschehen hier mehr als unsinnig an, zwar alles in allem solide, aber als Quasiremake eines Klassiker in Amateuraufwand wirkt das alles sehr sehr peinlich, vorallem wenn mit Tritt ,-Boxsound aus Street Fighter ein Kampf geführt wird und fast schon freiwillig die Trashfahne hochgehalten wird. Ähnlich trashig ergeht es dem Finale, bei dem man bei Schusswaffengebrauch einfach Maschinenpistolenklänge aus einem x-beliebigen PC-Shooter eingefügt hat. Insgesamt sind die Effekte sehr vorhersehbar, unter einem Budget von 500€ aber weitaus verständlich und weitesgehend auch beachtlich, wie man damit trotzallem einen Film drehen kann, verständlicherweise bloss jetzt nur auf technischer Ebene, der fast schon semiprofessionel wirkt. Auf der anderen Seite haben wir den Hauptpunkt des Filmes. Die menschliche Entwicklung von Marie nach ihrer Vergewaltigung, was eigentlich ja die einzige Dramatik eines solchen Filmes ausmachen sollte. Ihr Wandel von dem normalen und unscheinbaren Mädchen von Nebenan, zur männermordenden Gothicbraut ist fast schon peinlich oberflächlich umgesetzt worden, zumindest kann dies, vielleicht auch wegen Akasha Jones Minderbegabtheit nicht überzeugen. Die Dramatik der Morde ist hier auch weitesgehend abhanden gekommen, dieser Film, wie viele andere Amateurproduktionen fixiert sich auf den Splatter, wenn auch dieser irgendwo versucht, tiefgründig wirken zu wollen. Die beigefügte Pseudoverstörende Musik stört direkt nach 10 Minuten und könnte einer abendlichen Trashsoap a la GZSZ entsprungen sein. Das ist es jedenfalls nicht. Wen der Rest nervt und der Film mit langweiligen Längen aufwartet, sehnt man sich herzlich nach Gore. Hier mal der Schniedel ab, Kehle durch, Kopf ab, weggesprengt (Haha, der tolle Computereffekt) etc. mögen für ein Budget von 500€ beachtlich und befriedigend sein, werten das Filmerlebnis aber weitesgehend nicht auf, was insofern bloss nur ernüchternd ausfiel. Zuviele Längen, zu wenig Können, zu wenig Innovation.

Fazit:
Solide, aber mehr als unnötiger, wenn auch gut gemeinter und stellenweise gut gemachter Rape & Revenge Klon, mit einer hübschen Darstellerin.

5/10

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