Review

Deutsche Amateurfilmer versuchen sich an einem Klassiker des Rape and Revenge Films "I spit on your grave" mit einem Budget von angeblich 100 Schachteln Zigaretten, das kann doch eigentlich nur mit Donnerhall in die Hose gehen.

Die Story ist simpel, ein halbes dutzend Vorstadtproleten nageln ein diesbezüglich widerwillig gestimmtes Weibchen. Dieses mutiert neun Monate danach (wieso so spät eigentlich, lag da ne Abtreibung dazwischen? Wir werden es nie erfahren) zum Machetenschwingenden Racheengel und arbeitet die damaligen Peiniger der Reihe nach ab.

"Ab"arbeiten ist auch das richtige Stichwort, Kopf, Penis und andere Extremitäten werden munter abgesäbelt, der Goregehalt ist zwar nicht allzu hoch, allerdings für die zur Verfügung stehenden Finanzen sehr anständig gemacht. Bis man allerdings zu diesen Szenen kommt wäre der Film beinahe schon aus meinem Player geflogen. Zu Beginn langweilt ein ewig langer Vorspann und auch die nachfolgenden Geschehnisse sind meist uninteressant Phtografiert und künstlich in die Länge gezogen. Zudem leidet der Film unter der schlechten Tonabmischung, nachsynchronisiert wurde jedenfalls nicht und auch das Bild ist alles andere als kritallklar, kann natürlich auch daran liegen das Blood Angel II auf einer 8 Filme auf zwei DVDs Sammlung dabei war, die ja qualitativ Abstriche machen müssen um alle Filme auf den Silberling zu quetschen.
Sobald sich das Mädel allerdings in ihr Terminatorinnen Gedächtnis Leder Outfit wirft und anfängt blutig den Spieß umzudrehen wirds recht interessant. Keiner wird diesen Film mit einer Multimillionen Dollar Produktion verwechseln, aber ich hab mich ganz gut amüsiert. Das lag zum einen an den zwar öfter auch mal peinlichen, aber sonst ganz lustigen Dialogen, da waren ein paar echt lockere Sprüche dabei. Diese werden meist vom Oberböso Burt mit der naturgewachsenen Ruhrpottschnauze vorgetragen. Dargestellt von Rüdiger Schuster, der mir schon in Kinder der Nacht gut gefiel, die Rolle des durchgeknallten Psycho bekommt der auf jeden Fall im Schlaf locker hin (gespielt oder nicht, wer weiß), der Rest vom Fest fällt da schon deutlich ab, so richtig blamieren tut sich eigentlich keiner, aber echte Talente waren eher nicht dabei.
Gedreht wurde das ganze meist auf öffentlichen Straßen oder im Wald, das einzige Set ist das Polizeirevier, das mit seiner modischen Schrankwand und Stereoanlage auch so richtig doll authentisch aussieht, lol, aber ok mehr war kohlemäßig wohl nicht drin. Richtig überrraschend fand ich dagegen noch das Finale, denn es gibt einen Überlebenden mit dem man nicht rechnen durfte, ohne jetzt zuviel verraten zu wollen.
Wider erwarten hat mich Blood Angel II zumindest eine Stunde gut unterhalten, im deutschen Indiebereich tummelt sich so viel Bockmist, da muß man direkt mal froh sein einen, zwar nicht wirklich guten, aber akzeptablen Film vorgesetzt zu bekommen. Mit einem kleinen Amateurbonus gibts 6/10

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