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Nachdem Brigitte Lahaie & Co 1979 in Sechs Schwedinnen im Pensionat das Publikum als Schwedinnen überzeugen konnten (& das, ohne ein Wort schwedisch zu sprechen!), gab ihnen die Schweizer Produzentenlegende Erwin C. Dietrich die Gelegenheit, ihr Können weiter zu verfeinern. Lediglich zwei Schwedinnen-Darstellerinnen tauschte er (unauffällig) aus. Unsere sechs falschen Schwedinnen, also Greta (Brigitte Lahaie), Inga (Nadine Pascal), Kerstin (France Lomay), Selma (Elsa Maroussia), Astrid (Élodie Delage statt Kathleen Kane) & Lil (Flore Sollier übernimmt von Danielle Troger), haben eine Tankstelle in einem beschaulichen Dörfchen geerbt. Es ist eine eher armselige Tankstelle, mit nur einer mickrigen Zapfsäule. Aber die Bedienung ist so super, dass auch Männer von außerhalb hierher tanken kommen. Zusammen entspannen ist das Motto & Zimmer dafür sind immer frei.

Doch nicht alle haben mit den Schwedinnen Freude. Bürgermeistergattin Marie (Jane Baker) etwa ist deren buntes & schamloses Treiben ein Dorn im Auge. Sie sieht die Moral in Gefahr. Dass sie sich vom ganzen Stadtrat der Reihe nach durchbumsen lässt, schein moralisch jedoch okay zu sein. Egal, sie will die Schwedinnen ausweisen. Dass diese so geschickt aufgebaute Geschichte letztendlich versandet, muss man wohl Herrn Dietrich ankreiden, schließlich hat der das Drehbuch verfasst. Scheinbar lagen seine Prioritäten nicht im Story-Telling, völlig unbegreiflich, das verstehe wer will. Für die Dialoge hat er Melvin Quiñones an Bord geholt, eine weise Entscheidung. Wer weiß, ob ohne seine Mitwirkung geschliffene Dialoge wie diese möglich gewesen wären?

Er: "Legen wir uns hin?" - Sie: "Mhm, natürlich."

Er: "Ich hab’ leider wenig Zeit. Lässt sich schnell was machen?" - Sie: "Sicher!"

Die schönsten Worte wurden Brigitte Lahaie in den Mund gelegt, als sie zu ihrem Besucher sagt: "Hältst Du mein Lamm? Ich hab’s sehr lieb." Vor Rührung hatte ich Tränen in den Augen & bin fast gackernd vom Sofa gefallen. Dazu muss man anmerken, dass ihr Lamm ein süßes Stofftier ist & dass sie es wirklich sehr lieb hat. Nein, ihr Ferkel, sie macht nicht mit ihm rum, wie könnt ihr sowas nur denken? Sie kuschelt nur ein wenig & drückt es zärtlich an ihre Brust. Um das recht eintönige Geschehen etwas aufzulockern, besinnen sich unsere Schwedenmädels irgendwann ihrer Kernkompetenz & frönen ausgiebig & fröhlich dem Slo-Mo-Nackt-Jogging mit gelegentlichen spontanen Hüpfeinlagen.

Wobei Sport ja generell eines ihrer Steckenpferde ist. Neben der nicht enden wollenden Matratzen-Akrobatik strampeln sie sich auch auf dem Heimtrainer einen ab. Aber erst, nachdem Tüftlerin Kerstin ihn modifiziert hat, mit einem in den Sattel integrierten Dildo, das euphorische Strampeln soll ja nicht unbelohnt bleiben. Lustig ist der Gag mit dem interaktiven Fernseher. So beginnt der Nachrichtensprecher zu stottern, als er eine Schwedin "sieht", die vor dem TV-Gerät ihre Pussy krault. Das wird dann später auf die Spitze getrieben, als sich Kerstin auf den Fernseher setzt & der Mann auf dem Bildschirm sie erst mit den Händen bearbeitet & dann gleich in sie reinkriecht. Mein liebes Lottchen, wie kommt man auf sowas?

Der Erwin hat ein Cameo, die Musik klingt bekannt (die werden doch nicht etwa den Score vom Pensionat wiederverwertet haben?) & in Italien heißt der Folm Le svedesi super pon pon. Die Stimme des Bürgermeisters kommt mir sehr bekannt vor, ich bin aber nicht draufgekommen, von woher. Ja, auch diese Schwedinnen, die natürlich wieder ihre blauen Shirts mit ihren Namen drauf tragen, sind allzeit bereit, sehr willig & recht amüsant. Insgesamt muss ich jedoch feststellen, dass der Vorgänger in allen Belangen besser ist. Er ist charmanter & spritziger, die Story & die Zeitlupenszenen sind besser, die Schwedinnen wurden authentischer dargestellt & außerdem hat er viel mehr Kuckuck. Unterschätze nie die Kraft des Kuckucks!

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