"Adrenalin" gehört zu den wenigen deutschen TV-Produktionen, die auch einigermaßen halten, was sie versprechen. Gewürzt wird der Film noch mit einem größtenteils in deutschen Landen bekannten Cast, überraschend blutigen Baller-Duellen sowie einigen netten Explosionen.
Im Einsatz gegen den Top-Terroristen Harloff verliert SEK-Mann Stephan Renner (Til Schweiger) die Kontrolle und knallt den Mörder seiner Frau kurzerhand ab. Renner muss für einige Jahre in den Knast. Auch das Sorgerecht für seine Tochter droht er zu verlieren. Als Renner auf Bewährung freikommt, geht der Alptraum erst recht los: Harloffs rachsüchtige Geliebte Tatjana (Geno Lechner) will Vergeltung an ihm üben. Sie entführt Renners Tochter, um ihn so in eine Falle zu locken. Zusammen mit seinem ehemaligen SEK-Kollegen Karly Schuster (Ralph Herforth) dringt Renner schwer bewaffnet ins Phantasialand ein, wo Tatjana seine Tochter gefangen hält und inklusie Killer-Kommando sowie Bombe auf ihn wartet...
Auch wenn Til Schweiger (Replacement Killers) kaum mehr Mimenspiel als Jean-Claude Van Damme drauf hat, nimmt man ihm die Rolle des SEK-Mannes ab. Van Damme hätte es wohl kaum besser gemacht und lediglich noch seine bekannten Kicks und Schläge in den Film eingebaut. Ralph Herforth (Das Blut der Templer) mag ich als Schauspieler sehr und auch hier gibt er eine ordentliche Performance ab. Leider taugt Geno Lechner (Schindlers Liste) als Oberschurkin kaum. Da wären deutsche Vorzeige-Schurken wie Ralf Richter (Bang Bom Bang) oder Götz Otto (007 - Der Morgen stirbt nie) besser gewesen. Dann ist noch Sven Martinek (Der Clown) als Handlanger zu sehen, der aber während des Showdowns an einer Bleivergiftung stirbt.
Man könnte meinen, dass "Adrenalin" eine Mischung aus "Beverly Hills Cop 3" und "Harte Ziele" aus Deutschland sei, aber im Gegensatz zu den amerikanischen Vorbildern gibt es hier nicht so viel Action. Doch die Action, die man dann zu sehen bekommt, ist nicht von schlechten Eltern und für eine deutsche TV-Produktion sogar überraschend gut ausgefallen. Es wird weder an blutigen Einschüssen noch an Munitionsverbrauch gespart. Und stets liegt über den Shoot-Outs ein leichter Hauch von John Woo. Dabei bietet das Phantasialand eine recht abwechslungsreiche Kulisse. Ein paar nett getrickste Explosionen bekommt man auch noch zu sehen. Lediglich Renners finale Konfrontation mit Tatjana enttäuscht etwas, da man auch in sie ruhig ein paar "Körner" mehr hätte reinballern können. Zwar mag Dominique Othenin-Girard (Halloween 5) in Sachen Story nichts Neues hervorgebracht haben, doch es ist dennoch schön auch mal einen Selbstjustiz-Thriller aus dem Heimatland zu sehen, da dieses Genre zur Zeit auch durch Filme wie "Kill Bill", "The Punisher", "Mann unter Feuer" oder "Walking Tall" einen neuen Boom in den Kinos erlebt. Dennoch würde sich die Story für einen zweiten "S.W.A.T."-Film mit Colin Farrell und Samuel L. Jackson in den Rollen von Schweiger und Herforth gut machen.
Eine gute Action-Leistung von Til Schweiger sowie eine ordentliche Regie machen "Adrenalin" somit zu einem kleinen Juwel unter den deutschen TV-Produktionen und kann auch Action-Fans erfreuen.