"Meltdown", oder wie der deutsche Titel "Angst über Amerika", ist eine im Dokumentarstil gefilmte ZDF-Co-Produktion, die gelungen das Thema Terrorismus in den USA behandelt, und auch darauf eingeht, wie die amerikanische Regierung eventuell auf eine solche Situation reagieren würde. Macht der Film am Anfang noch den Eindruck eines simplen Terror-Thrillers inklusive Klischees im Zuge der 11/09-Paranoia, so entpuppt sich "Meltdown" im weiteren Verlauf als wendungsreicher Streifen, der in erster Linie natürlich an die Erfolgsserie "24" erinnert, was vor allem auch an den eingesetzten Stilmitteln und Darstellern liegt.
Eine kleine Gruppe von Terroristen springt mit Fallschirmen ab und besetzt innerhalb weniger Minuten den Kontrollraum auf dem Gelände des Atomkraftwerks San Juan in Kalifornien. Kurze Zeit später ist das Gelände von Militär und FBI umzingelt. Ein Agent findet einen Mietwagen, voll von Hinweisen auf Al-Qaida: Einen Koran mit terroristischen Instruktionen, Baupläne des Kernkraftwerks, einen Führerschein, der auf einen Araber ausgestellt ist. Doch die Hinweise sind FBI-Einsatzleiter Tom Shea (Bruce Greenwood) einfach zu deutlich. Ihm bleiben nur wenige Stunden, um Kalifornien vor der nuklearen Zerstörung zu retten...
Natürlich ist Bruce Greenwoods (Doppelmord) Agent Tom Shea kein zweiter Jack Bauer, doch Greenwood macht seinen Job gut, weshalb man sich hier auch nicht großartig beschweren kann. Als Kontakperson im Kernkraftwerk haben wie Leslie Hope (Men at Work), die allerdings nur für 3/4 des Handlungsverlaufs eine tragende Rolle spielt, ehe sie unerwarteterweise beseitigt wird. Den vermeintlichen Terroristenführer macht uns hier Arnold Vosloo (Harte Ziele), der ebenfalls in Ordnung geht. Zum Schluß bleibt noch James Remar (Blade: Trinity) in einem Nebenpart als Militär-Einsatzleiter.
Aufgrund einiger eingesetzter Stilmittel erinnert "Meltdown" stark an "24". Zwar gibt es kein Splitscreenverfahren, dennoch wird ab und zu die aktuelle Zeit eingeblendet und die Bildwiedergabe ist ebenso authentisch wie jene bei den Einsätzen Kiefer Sutherlands. Hin und wieder werden einige Szenen noch im Schwarzweißton wiedergegeben, was ein wenig stört. Zudem befinden sich mit Leslie Hope (1. Staffel) und Arnold Vosloo (4. Staffel) noch zwei "24"-Darsteller im Cast. Die realistische Handlung wirft dann noch einige Fragen zu Schutzmaßnahmen und Folgehandlungen seitens der US-Regierung auf, was nicht uninteressant sein dürfte. Für Überraschungen sorgen dann noch einige effektive Wendungen gegen Filmende sowie die wahre Identität der Terroristen. Was die Action angeht, so hält man sich hier eher an realistische Szenarien, weshalb es nur wenige Schußwechsel gibt, die dann auch nicht übertrieben wirken. So wirkt "Meltdown" nicht wie ein herkömmlicher Film auf einen, sondern vielmehr wie die Dokumentation einer wirklich passierten Reaktorbesetzung durch vermeintliche Taliban-Terroristen. Somit ist durchaus viel Spannung vorhanden, die nur hin und wieder einen Hänger vorzuweisen hat.
"Meltdown" dürfte primär für jene Zuschauer interessant sein, die sich entweder für Terror-Szenarien interessieren oder Fans von "24" sind, auch wenn der Film nur halb so spannungsgeladen ist wie Letztere.