Review

Drei Jahre nach den schrecklichen Anschlägen von 09/11 ist dieser fürs amerikanische Fernsehen produzierte Streifen über eine weitere, fiktive Terroraktion entstanden. Regisseur Jeremiah S. Chechik, der überraschenderweise auch für den Weihnachts-Chevy-Chase-Kultfilm "Schöne Bescherung" (1989) verantwortlich zeichnet, ist hier sichtlich darum bemüht, einen möglichst authentisch wirkenden, ja, geradezu dokumentarischen Film abzuliefern. Dabei setzt er stilistisch auf nachgemachte Fox-Nachrichten (kommt ganz gut rüber), krisselige Wackelkamera-Bilder (noch halbwegs zu ertragen) und permanentes, langsames Abblenden von Szenen (stört und nervt extrem).
Mangels finanzieller Mittel wurde auf die Darstellung personalintensiver Massenevakuierungsszenen verzichtet, was angesichts der verbalen Schilderungen der mutterseelenallein vor dem AKW stehenden Reporterin über die "fürchterliche Panik der Menschen" doch eher lächerlich wirkt.
Überhaupt ist der ganze Film (bewusst?) sehr bruchstückhaft und wankelmütig inszeniert, so dass dem Zuschauer hier und da einige Fragezeichen auf die Stirn gezaubert werden. So geht z. B. dem geneigten Betrachter das Schicksal eines angeschossenen Securitymenschen trotz bemühter emotionaler Fürsorge und Dramatik durch eine Polizistin irgendwie am Arsch vorbei - schließlich sind außerhalb des AKW gleichzeitig 700.000 Menschen akut von der sofortigen Vernichtung per Super-GAU bedroht.
Die Auflösung der Story wirkt reichlich konstruiert, entbehrt aber nicht einer gewissen Tiefgründigkeit und Ironie, so dass der Zuschauer (zumindest kurzzeitig) zum Nachdenken über die Realitätsnähe des Szenario angeregt wird.
Dennoch bleibt festzuhalten, dass "Meltdown" zu limitiert in seinen Darstellungmöglichkeiten, zu schablonig und zu formelhaft in den Handlungsteilen ist, um überzeugen zu können.
Qualität: 4/10 Härte: 2/10

Details
Ähnliche Filme