Nach dem ziemlich öden Die Rache des Dr. Fu Man Chu tat Produzent Harry Alan Towers das einzig Richtige: Er holte Jess Franco an Bord! Und der Spanier ließ gleich mal die Peitschen knallen, wenn auch recht zaghaft. Zu spüren bekommen sie die zehn Damen, die Superschurke Fu Man Chu (Christopher Lee) für eine große Mission hat entführen lassen. Töchterchen Lin Tang (Tsai Chin) erklärt ihnen die Optionen: Gehorchen oder Sterben! Der gute Doktor ist nämlich auf ein altes Geheimnis der Inkas gestoßen & lässt jetzt Schlangengift auf die entführten Frauen übertragen, sodass deren Kuss erst Blindheit & dann, einige Wochen später, den Tod verursacht.
Auf diese Weise will er seine größten Feinde eliminieren & natürlich beginnt er mal mit seinem Erzfeind Nayland Smith (Richard Greene). Die hübsche Celeste (Loni von Friedl) macht sich an ihn ran & haucht ihm ihren Todeskuss auf die Lippen. Doch der nunmehr blinde & dem Tode geweihte Scotland-Yard-Mann gibt nicht auf & macht sich zusammen mit seinem treuen Gefährten (eher Sidekick) Dr. Petrie (Howard Marion-Crawford) auf nach Südamerika, wo sein Freund Carl Jansen (Götz George) dem Übeltäter bereits auf die Spur gekommen ist.
Zusammen mit dem Budget mag die Qualität & das Niveau der Reihe weiter gesunken sein, doch der Franco-Touch hat definitiv nicht geschadet, denn immerhin ist der Todeskuss nicht so langweilig wie der Vorgänger. Christopher Lee verzapft jede Menge Unsinn, ohne die Miene zu verziehen & schreitet gewohnt würdevoll durch das schundige Idioten-Szenario, das mit so einigen Gong-Schlägen veredelt ist. Nein, ernst nehmen kann man den Stuss nicht, aber Franco bringt ihn launig über die Runden, mit Dialogen, die schmunzeln lassen & Situationen, die (unabsichtlich?) komisch erscheinen. Ricardo Palacios zieht als schmieriger Bandit Sancho Lopez alle Register, Maria Rohm & Shirley Eaton mischen auch mit (die eine mehr, die andere weniger) & Götz George sorgt für ein paar hübsche Stunteinlagen, wodurch er dem krank (& blind) herumliegenden Nayland Smith als Heldenfigur den Rang abläuft.
Das Papa-Tochter-Schurkengespann ist von ihrem abstrusen Plan offensichtlich überfordert & agiert dementsprechend tölpelhaft. Da soll z. B. eine Frau Sancho Lopez töten, scheitert aber, woraufhin ihm ein Handlanger das Messer an die Kehle hält, doch zustechen darf er nicht. Und wenn alle Stricke reißen... Realitätsverweigerung hilft immer! "They won’t escape!" Sicher. Wieso der Doc in seiner Höhle mehrere tausend Gallonen Öl gelagert hat, bleibt sein Geheimnis. Angesichts dieser Menge ist die finale Explosion jedenfalls sehr mickrig ausgefallen. Der geballten, wirren & zoomfreudigen Franco-Power war der deutsche Verleih nicht gewachsen, weshalb die deutsche Fassung bereits 12 Minuten früher, jedoch ebenso unspektakulär, endet.
5,5/10