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„Ich bin Psychiater. Mich interessiert in erster Linie, wie sich Menschen in Ausnahmesituationen verhalten.“

„Goké – Der Vampir aus dem Weltall“ ist ein japanischer Science-Fiction-Horrorfilm von Regisseur Hajime Sato („UX-Bluthund – Tauchfahrt des Schreckens“) aus dem Jahre 1968. Ein japanisches Passagierflugzeug kollidiert mit einem unbekannten Flugobjekt und wird zur Notlandung in einer wüstenähnlichen Gegend gezwungen. An Bord befand sich u.a. ein Flugzeugentführer, der den Jet eigentlich nach Nordkorea umzuleiten gedachte. Nach der Crash-Landung flüchtet er und wird von einer vampiristischen außerirdischen Lebensform befallen, die seinen Körper als Wirt benutzt und scharf ist auf das Blut der restlichen Besatzung…

Zunächst einmal beginnt die bunte Sause damit, dass die unterschiedlichen Passagiere und Besatzungsmitglieder mal mehr, mal weniger charakterisiert werden. Neben dem Entführer gibt es dort einen Politiker, einen Vertreter der Industrie und dessen Frau, einen Psychiater, einen vermeintlichen Bombenattentäter, eine Amerikanerin, deren Mann in Vietnamkrieg starb, einen Wissenschaftler sowie den Kapitän des Flugzeugs und eine Stewardess. Und wer jetzt findet, dass das arg konstruiert klingt, hat natürlich recht; fast sämtliche Rollen haben diverse Klischees zu erfüllen und sind mit ihrem unfreiwillig komischen Schauspiel, ihren Dialogen etc. leider kaum ernst zu nehmen.

„Goké – Der Vampir aus dem Weltall“ ist nämlich in erster Linie ein kunterbuntes Sci-Fi-Trash-Vergnügen, das zwar mit ziemlich gelungenen Lichteffekten auftrumpft, ansonsten aber vornehmlich durchschaubare Effekte zu bieten hat, die ihren eventuell angepeilten Härtegrad meist verfehlen. Gedreht hat man allem Anschein nach in einer Kieskuhle, authentisch oder glaubwürdig wirkt hier nichts. Begleitet wird der Unfug von einer typischen Science-Fiction-Sound-Kulisse unter Einsatz des Theremins. Besonderes Augenmerk richtete man auf eine plakative Prise Gesellschaftskritik, die anhand der Rollenklischees zum Ausdruck gebracht wird. Unterschiedliche einflussreiche gesellschaftliche Gruppen und Schichten werden durch sie repräsentiert und überspitzt aufs Korn genommen – was durchaus zu gefallen weiß, sich aber nur schwerlich mit dem Horroranteil der Handlung in Verbindung bringen lässt. Letztlich war man 1968 in Bezug auf Genreware wie diese schon weiter; der größte Teil des Unterhaltungswerts dieses nicht unsympathischen B-Films ist dann doch unfreiwilliger Natur.

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