Review

Obwohl Halloween noch ansteht und dann der Film passender wäre, ist auch jetzt schon "Satans Little Helper" höllisch wärmstens zu empfehlen. Regisseur Jeff Liebermann der uns schon den schleimig-atmosphärischen Würmerhorror "Squirm" bescherte, hat nach vielen Jahren mal wieder einen richtig guten Horrorfilm gemacht.

Um Halloween herum. Während die Festtagsvorbereitungen der Hausfrau Whooly laufen, ist auch ihr Sprößling Douglas schon mitten im Geschehen. Angetan hat es ihm derzeit das Videospiel "Satans Little Helper" in dem man einen kleinen Teufel spielt der für böse Scherze und Morde Punkte bekommt. Douglas hat auch ein zum Spiel passendes Kostüm, eben "Satans Little Helper". Er ist scheinbar der einzige der eine mysteriöse Gestalt bemerkt die ein famoses Teufels-Kostüm an hat und eine seltsame Atmosphäre verbreitet. Er folgt der Gestalt welche sich irgendwann als der Leibhaftige offenbart. Doch Neugier und Vertrauen regieren bei Douglas statt Angst und Mißtrauen der in allem ein Spiel sieht. Wie im Videospiel möchte er mal so richtig auf die Kacke hauen, warum nicht denkt sich der stumme Begleiter! Ein besonderes Dorn im Auge ist Alex, der Freund von Douglas Schwester, der auf Besuch mitgekommen . Die Mutter mehr entfernt an der Realität schwebend, die Schwester verliebt...was ist zu tun?! Der Freund braucht ein Halloweenkostüm, soll als Satan gehen um sich mit Douglas anzufreunden. Da er jedoch schon seinen "Meister" hat, knüppelt der Alex nieder um seine Rolle einzunehmen. Als er ins Haus kommt, weiß Douglas noch nicht in welche Gefahr er seine Familie bringt...

Positiv überrascht war ich von "Satans Little Helper" der dieses Jahr einen erfrischenden Halloweenfilm abgeben wird. Jeff Liebermann, für Drehbuch, Regie und Produktion zuständig mischt eine Prise Gore mit einem guten Schuß schwarzem Humor und viel Einfallsreichtum zu einer stellenweise sehr ansehlichen Mischung. Allein die Geschichte ist interessant und wurde gut umgesetzt. Einleitend Szenen aus dem Videospiel, was zwischen dem Film immer wieder als Füller und Überleiter eingesetzt wird, gefällt. So wird aus der Figur die reale Person: Douglas; Bezüge lassen sich herleiten. Andersrum ebenso - wenn später wie im Videospiel Kinderwagen, Rentner und andere Passanten mit einem Einkaufswagen gerammt werden und Punkte verteilt werden...nur einer der vielen fiesen Einfälle. Diese sind gut über den Film verteilt, stellenweise schon derbe aber richtig heftig wird es dann leider doch nicht; wenn auch noch schärferer Ausbau drin gewesen wäre! Ein großer Witz besteht in dem "Konflikt" Glaube und Irrglaube welches auf völligste in Absurdum geführt wird wenn Satan am Ende im Jesuskostüm auftaucht! Diese "WerIstWer" Geschichte fällt manchmal aber etwas arg unlogisch aus, so tritt der berüchtigte "WirWissenZwarNichtWerUnterDerMaskeIstAberMetzelnIhnTrotzdemAb"-Effekt auf. Dies ist aber mit einer der wenigen wirklich aufstoßenden Mängel.

Die Darsteller sind allesamt nett anzusehen, wenn auch manche Rolle - wie die der Mutter - etwas konträr, wechselhaft ist. Doch Witz und die Darsteller trüben darüber hinweg. Besonders zwei Rollen sind sehr gelungen, da wäre zum einen Douglas (Alexander Brickle) und seine Schwester Jenna (Katheryn Winnick). Der Junge geht sichtlich in seiner Rolle auf, wickelt sich vom anfänglichen bebrillten Trotzkopf zum bösen Lausbuben. Die Schwester hingegen extrem attraktiv. Wenn die süsse Blondine (nach Ankleidung durch ihre Mutter in ein Halloweenkostüm) in den Spiegel guckt und sich fragt ob sie vielleicht zu stark geschminkt sei - da kann man verneinen. Das "Tavernenmädchen" sieht wirklich extrem lecker aus und ist auch in ihrer Darstellung ganz gut.

Im Gegensatz dazu der Satan, dessen bös-grinsende Gummimaske ein Zerrbild seines wahren Gesichtes ist, was den Film über nie, selbst am Ende nicht, offenbart wird. Er grinst, nickt und zeigt schon mal den Stinkefinger wenn er nicht Leute tötet oder es zumindest versucht. Teuflisch gute, wenn auch rare, nicht selbstzweckhafte Splattereffekte (unter anderem ein Kehlenschnitt und einmal Gedärme-rupfen) runden optisch den Film ab. Es gibt zwar noch ein paar mehr Tote, doch meist ist nur dessen (eher unblutiges) Erscheinungsbild zu sehen.

Lob sollte auch an die tollen Kostüme und Ausstattung gesprochen werden sollen. So wird herrlich schräg die Halloween Stimmung eingefangen, Särge im Vorgarten, Monster bevölkern die Veranden, alle sind verkleidet (das Finale auf einer Halloween-Party fällt in dieser Hinsicht sehr opulent aus) und mittendrin die "beiden Teufel" die inmitten dessen für Unheil sorgen. Der Look ist nicht versifft-düster wie bei "Squirm", mehr bunt und grell. Trotzdem kommt noch genug (Horror)Atmosphäre auf, im letzten Drittel zieht der Film in dieser Hinsicht gut an, wird zunehmend brutaler, etwas ernster. Vorher gibs wahrhaft böses, wenn z.B. auf dem Schoß des hingerichteten Freundes eine schwarze Katze auftaucht, Satan diese nimmt, gegen die Wand haut und "Boo" schreibt. Erinnerungsfoto mit ihm und seinem Opfer von zwei Mädchen folgend. Langeweile entsteht kaum, man ist an der nicht immer logischen, aber unterhaltsamen Geschichte sehr interessiert - die vor allem optisch durch das Mädel besticht, welche hier ein besonderes Eye-Candy darstellt, sind doch ihre Brüste durch das Kostüm gut zur Geltung gebracht! :-)

Wie gesagt ein Film fürs diesjährige Halloween, ein kleiner Slasher in toller Kulisse, witzig und viel fürs Auge bietend!

extrem gute 7,5

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