Der kleine Douglas hat sich lange darauf gefreut, seine große Schwester Jenna wiederzusehen. Als die jedoch zu Halloween mit ihrem neuen Freund Alex auftaucht, ist Doug nicht gerade begeistert – und schließt sich kurzerhand einem Mann im Satanskostüm an, der sich nach Entledigung des verhassten Alex in die Familie des Jungen einschleichen kann. Ein skurriles Verwechslungstheater beginnt, in dessen Verlauf der Junge feststellen muss, dass der schweigsame Maskierte nichts gutes im Schilde führt.
Das Subgenre des Slasherfilms hat seit jeher damit zu kämpfen, dass seine Grundstruktur keine oder nur sehr dezente Variationen zulässt und sich die einzelnen Produktionen doch sehr gleichen. Immer seltener schaffen es kleine Produktionen am Rande, etwas frischen Wind hineinzubringen - einer dieser Glücksgriffe ist „Satans Little Helper“, der mit viel rabenschwarzem Humor das Klischee des maskierten Killers gehörig auf die Schippe nimmt und doch gleichzeitig als eigenständiger Genrebeitrag funktioniert. Respekt verdient hat schon die einfache, aber geniale Idee, dass der Killer nicht nur wahllos Leute abschlachtet, sondern mit ihnen auf herrlich absurde Weise interagiert – wenn der „Satan Man“ beispielsweise mit einer Geisel in der Hand auf einer Halloween-Party für ein Gruppenfoto posiert, dann ist das einfach saukomisch; sofern man sich mit Humor dieser Art anfreunden kann.
Wer das kann wird jedenfalls über die volle Spielzeit bestens bedient, auch wenn die Einfälle gegen Ende immer böser werden und einem das Lachen manchmal schon im Halse stecken bleibt. Doch sobald es richtig böse wird, hat der Film immerhin noch eine gewisse Spannung zu bieten, die allein schon auf der Tatsache beruht, dass der Killer nicht ein Wort spricht und auch seine Identität unbekannt bleibt - ganz zu schweigen von seinen Motiven. Auch wird hier erfrischenderweise darauf verzichtet, überflüssige melodramatische Ergüsse in die Handlung einzubringen. Es bleibt alles sehr unvorhersehbar, da man von Anfang merkt, dass hier genüsslich gegen alle Konventionen des Genres verstoßen und auch sonst auf „political correctness“ nicht viel gegeben wird. Alles ist möglich, lautet die geschickte Devise, und fesselt bis zum Ende.
Den Cast kann man in diesem Fall eigentlich nur lobend erwähnen. Insbesondere der kleine Alexander Brickel spielt als Doug gegen die sonst eher nervigen, weil überflüssigen Kinderparts in Slasherfilmen mit Bravour an. Auch Katheryn Winnick ist hier weit mehr als nur ein optscher Leckerbissen – auch sie bringt ihre Figur, ebenso wie Amanda Plummer, sehr überzeugend und (fast) ohne jedes Gekreische rüber. Doch keiner von ihnen hat auch nur annähernd eine Chance gegen die Präsenz des „Satan Man“, der einzigartig cool und gelassen wirkt, als würde Freddy Krueger persönlich unter der Maske stecken. Einfach zum schiessen ist die Souveränität und Abgebrühtheit, mit der er sich zunächst des Jungen annimmt und mit diesem später sogar im Supermarkt einkaufen geht, nicht bezahlt und als krönenden Abschluss noch den verärgerten Kassierer über den Jordan zu bringt - all das macht unglaublich viel Spaß und vor allem Lust auf mehr.
Mit „Satans Little Helper“ ist es Regisseur Jeff Lieberman gelungen, eine gehörige Portion schwarzen Humors mit einer äußerst kurzweiligen und zum Ende hin wirklich spannenden Inszenierung zu verquicken. Der schweigsame und zudem unglaublich lässig wirkende Killer rundet den positiven Gesamteindruck noch einmal zusätzlich ab.