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Ich mag Feiertagshorrorfilme, insbesondere Feiertagsslasher; das Ansehen von US-Regisseur Jeff Liebermans („Squirm“, „Vor Morgengrauen“) Halloween-Horrorkomödie „Satan’s Little Helper“ aus dem Jahre 2004 war also gewissermaßen Pflicht.

Ein Serienkiller macht zu Halloween mit einer Teufelsfratze maskiert eine US-amerikanische Kleinstadt unsicher. Der von seinem Videospiel „Satan’s Little Helper“ begeisterte, ansonsten recht einsame Junge Douglas schließt sich ihm an und hält das alles für Halloween-Streiche und ein Spiel, wodurch er seine eigene Familie in Gefahr bringt. Die wiederum vermutet unter der Teufelsmaske den neuen Freund der Schwester, der sich mit dem widerspenstigen, egomanischen Jungen anzufreunden versucht.

Hat man erst einmal akzeptiert, dass die nervige kleine Kackbratze, von der es kein Wunder ist, dass sie keine Freunde hat, tatsächlich so unsagbar hohl ist, nicht zu kapieren, was sie bzw. der Killer da anrichtet, macht der Film Laune – und zwar gute! Viel Verwechslungs- und Situationskomik sowie geschmackloser schwarzer Humor halten den Zuschauer bei der Stange, die attraktive Katheryn Winnick als ältere Schwester Jenna bringt etwas Erotik in den Film. Hier und da wird ein wenig gesplattert, mitunter durchaus schockierend. Im Subtext werden die Halloween-Feierlichkeiten aufs Korn genommen und die spießige Kleinstadt-Nachbarschaft persifliert.

Problematisch und auch für eine Horrorkomödie wenig nachvollziehbar wird es aber, wenn neben dem Jungen plötzlich auch dessen Mutter und Schwester anfangen, sich kreuzdämlich und grenzdebil zu verhalten und dadurch den Bodycount weiter in die Höhe treiben. Hier gerät das Drehbuch dann etwas ins Schlingern, das sich auch besser eine Hintergrundgeschichte zum Serienkiller hätte einfallen lassen. Ganz kurz wird anhand eines TV-Nachrichtenausschnitts etwas angerissen, mehr erfährt man aber nicht, geschweige denn, dass man ihn unmaskiert zu sehen bekäme. Daran kranken leider viele modernere Genreproduktionen, so leider auch Liebermans „Satan’s Little Helper“. Ansonsten aber kurzweiliger, unterhaltsamer Stoff für die Halloween-Zeit und für Slasherfreunde ein kleiner Tipp.

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