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Für die, die es schon verdrängt hatten, werden zunächst einige Höhepunkte der vorangegangenen Teile gezeigt, um daraufhin die junge Tina einzuführen. Sie hat Schuldgefühle seit dem Tod ihres Vaters im Crystal Lake. Nun kehrt sie, zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Psychiater an den Ort zurück, der ihr nach wie vor Albträume bereitet. Dr. Cruise sieht einen Zusammenhang zwischen ihren Visionen und der telekinetischen Begabung, die Tina hat. Mit der erweckt sie auch noch ausgerechnet den auf dem Seegrund vor sich her modernden Jason Vorhees, statt ihres toten Vaters, wie sie vermutet. Was sich in Teil 6 andeutete wird hier weiter in den Vordergrund geschoben, nämlich die übernatürlichen Elemente, die auch ein erneutes Aufleben des Killers ermöglichen. Um nicht ganz aus der Reihe zu fallen, feiert nebenan eine Gruppe Teenager eine Geburtstagsparty, die natürlich nur dazu dient, die Slasher-Regeln einzuhalten, also Kiffen und Sex vor der Ehe zu demonstrieren, was bekanntlich in diesem Genre einem Todesurteil gleichkommt. Für den Serienhelden mit der Eishockeymaske ist dies Grund genug, endlich wieder für Ordnung in seiner Heimat zu sorgen und so fackelt der nicht lange. Während Jason wütet entwickelt das Drehbuch ein kleines Psychodrama um die sensible Tina, die von den anderen als Verrückte abgestempelt wird, besonders von den konkurrierenden Partyhühnern. Ihr zur Seite steht einzig der geläuterte, adrette Nick, während der dubiose Quälgeist von Psychiater für den überraschenden Plottwist zuständig ist. Natürlich ist das mal wieder alles an den Haaren herbeigezogen. doch wen interessiert das bei der "Freitag Der 13."-Serie noch groß. Im Finale wird der Boogeyman exzessiv und auf vielfältige Arten um die (nächsten) Ecken gebracht, was nicht weniger kurios und mit der letzten Idee sogar peinlich ist. Seine Gegenspielerin, die gestörte Außenseiterin, als "Carrie" für Arme aufzubauen, die nun letztlich auf übernatürliche Weise Paroli bietet, ist sicher nicht jedermanns Geschmack. Der offensichtlich comichafte Charakter der letzen Vorgänger ist deutlich gewichen und John Carl Buechler versucht seine Umsetzung als ernsteren, doch gleichzeitig phantastischeren Beitrag. Dabei scheinen seine Arbeiten als SFX-Spezialist (u.a. "Re-Animator") etwas abgefärbt zu haben, zumindest seine Beteiligungen an Sequels von Freddy Krüger oder auch Michael Myers, der ja sowieso immer wieder Vorbild für Jason war. Dessen Figur rückt noch weiter in den Vordergrund und scheint mittlerweile unbezwingbar sowie unfehlbar zu sein. Die hünenhafte Gestalt von Kane Hodder trägt seine Arbeitskluft zerlumpt bis luftig, so, dass einige Teile seines Skeletts zum Vorschein kommen. Der Bodycount ist gewohnt beträchtlich, zumal die halbe Gartengeräteabteilung geplündert wird und die Atmosphäre für einen Slasher eigentlich solide ist. Was ganz deutlich bei diesem siebten Teil fehlt, ist das Salz in der Suppe, denn die Goreszenen sind nur noch ein harmloses Überbleibsel des eigentlichen, deftigen Drehbuches. "New Blood" tönt es da ganz unvermittelt vom Untertitel und eigentlich auch zu Recht, wäre da nicht mal wieder das leidige R-Rating anvisiert worden, für das dieser Teil unerträglich geschnitten wurde, bis ein heutzutage grafisch recht harmloser Streifen übrig blieb. Sehr schade. Bleibt noch zu erwähnen, dass der Score mit dem bekannten Thema von Harry Manfredini sehr schön variiert wurde und der gute, alte Jason nach Abnahme seiner Maske nun plötzlich ein fauliges Gesicht mit einem rechten, statt, wie sonst üblich, einem linken intakten Auge entblösst. Wer die Serie verfolgt hat, wundert sich allerdings wohl kaum noch über die phantastischen Selbstheilungen oder Veränderungen, die Mr. Kultslasher durchmacht.

Fazit: Gut gedacht, falsch gemacht. Wer vom vermeintlichen "Blutrausch" so viel wegschneidet, kommt über Einheitskost trotz solider Inszenierung nicht hinaus. 4/10 Punkten

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