Review

Zum diesjährigen Freitag den 13. kann ich es mir als Metzelfilm-Fan natürlich nicht nehmen lassen, zu einem Teil der gleichnamigen Slasher-Reihe eine Kritik zu verfassen. Leider habe ich mir ohne Vorwarnung den 7. Teil antun müssen, da ich zuvor schon alle anderen vorherigen Teile gesehen hatte (auch den 3. und 4.).

Nach dem recht gelungenen 6. Teil der Reihe war eine so miese Filmgurke freilich nicht zu erwarten. Die Uninspiriertheit, mit der hier inszeniert wurde, wird schon im Untertitel des Films deutlich: „Jason im Blutrausch“ (oder Original: „The New Blood“) – echt originell. Als hätte Jason jemals in einem seiner Filme kein Blut fließen lassen.

In der Schilderung der Story wird das ganze Dilemma deutlich: Tina, welche als kleines Mädchen mit ihren telekinetischen Fähigkeiten (alles klar, oder?) bei Ferien am Crystal Lake (welch Zufall) den Tod ihres Vaters verursachte, kehrt Jahre später dorthin zurück, um ihr Trauma zu überwinden. Natürlich machen dort zufälligerweise auch ein paar Hormongesteuerte Ferien und Tina erweckt Jason auf mysteriöse Weise zum Leben. Naja, der Rest ist bekannt: Jason metzelt sich durch den gesamten schlechten Film…

Allein schon an meiner knappen Inhaltsrekonstruktion fällt auf, dass der Film den Zuschauer anscheinend für dumm verkaufen will. Dass fiktionale Filme wie die „Freitag, der 13.“-Reihe ein gewisses Maß an Konstruktion voraussetzen was Drehbuch und Story angeht ist – denk ich mal – klar. Aber dass der scheinbar gänzlich einfallslose und talentfreie Drehbuchautor sein überkonstruiert-idiotisches Skript wohl an den Haaren herbeigezogen hat, ist für Fans der Jason-Filme eine absolute Frechheit. Die Reihe kam bis zum 7. Teil schließlich ganz gut ohne übersinnlichen Hokuspokus aus, aber irgendwie musste die ziemlich abgenutzte Story um gemetzelte Teenies im Wald ja variiert werden. Denn auch hier gibt`s plumpes Pubertäts-Palaver satt und auch dieser Film spielt (mal wieder) im Wald und alle Lasterhaften müssen sterben. Als wäre das nicht genug, nervt der langweilige Film durch hölzerne, recht mies synchronisierte Dialoge und das lachhafte, nahezu schwachsinnig-unlogische Finale, dass ich hier natürlich nicht verraten werde.
Einziger Lichtblick ist der wieder einmal gelungene Soundtrack von Harry Manfredini und Fred Mollin – der ist passend düster und abgründig und das Einzige, was an diesem Film wirklich originell ist.
Übrigens bringt es Jason hier - ob des viel versprechenden deutschen Untertitels „Jason im Blutrausch“- auch „nur“ auf einen für ihn ziemlich durchschnittlichen Bodycount von 15 Toten.

Meiner Meinung nach einer der schlechtesten Filme der Reihe. Selbst die brutalen Morde sind hier weniger blutig und explizit heraus gearbeitet als sonst. Man fragt sich, warum sich „Jason“-Darsteller und Stuntman Kane Hodder nach diesem Film bereit erklärte, in weiteren Teilen der „Freitag, der 13.“-Reihe mitzuwirken.
Nur den mittlerweile beschlagnahmten 8.Teil der Reihe habe ich noch nicht gesehen, aber wenn der genauso schlecht ist wie sein Vorgänger, dann kann ich es mir auch sparen…

PS: Zum Schluss noch ein Gerücht, das Hoffnung macht: Quentin Tarantino soll für die Verfilmung eines 11. Teils von „Freitag, der 13.“ verpflichtet werden…

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