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John Carl Buechler fühlt sich im Genre Horror sichtlich wohl, denn bekannt wurde er für seine Special Effects, zum Beispiel in "Bride of Re-Animator" oder "A Nightmare in Elm Street 4". Als Regisseur hatte er hingegen weniger Glück. So auch beim mittlerweile siebten Teil der "Freitag der 13." Reihe, wo seine eigenen Ideen bei den Produzenten nicht ankamen. Schließlich hatte er sich ohne Umwege an das Screenplay von Daryl Haney (X-Tro 3, Der Club der Kannibalen) Eintagsfliege Manuel Fidello zu halten, welches den untoten Jason Vorhees (Kane Hodder) gegen einen "Carrie" Verschnitt antreten lässt. Dreieinhalb Millionen Dollar kostete die Fließbandproduktion und oft als schwächstes Glied in der Kette betitelt, wurde auch noch heftig die Schere für das R-Rating angesetzt. Richtig gorig sollte "Freitag der 13. - Jason im Blutrausch" immerhin werden, doch selbst diesem Vorhaben wurde ein Strich durch die Rechnung gemacht. Buechler blieb keine andere Wahl, als das stumpfsinnige Skript routiniert in Szene zu setzen. Im Vorgänger verpasste man dem Camp noch einen anderen Namen, hier heißt es wieder "Camp Crystal Lake". Die idyllische ländliche Kulisse will auch am besten zu dieser Art von Slasher passen, jedoch will es Buechler nicht gelingen, weder mit dem Einsatz von Nebelmaschinen, noch mit Harry Manfredinis recycelten Score, dem Zuschauer einen Hauch von Angst einzujagen. Das Schema ist nicht nur abgenutzt, sondern nervt hier auch noch mit reichlich übertriebenen Momenten.

Tina Shepard (Lar Park-Lincoln) verfügt über telekinetische Kräfte, kann damit aber ncht richtig umgehen. Als kleines Kind setzte sie diese Kräfte ungewollt ein und tötete ihren Vater. Seitdem steht sie unter der Betreuung des Psychologen Dr. Crews (Terry Kiser). Mit ihrer Mutter (Susan Blu) und Dr. Crews kehrt sie an den Ort des Geschehens zurück. Im Haus nebenan hat sich eine Gruppe Teenager einquartiert, die einem Freund eine Geburtstagsparty schmeißen wollen. Doch alles gerät aus dem Ruder, als Tina versehentlich Jason weckt. Der verrichtet sofort sein blutiges Werk, nur Tina kann ihn noch stoppen.
"Jason im Blutrausch" enthält einige lächerliche Elemente, dazu gehört auch die Erweckung von Jason in seinem feuchten Grab. Doch richtig peinlich wird es, wenn Tinas toter Vater aus dem See auftaucht, um ihr das Leben zu retten. Auch die eigentlichen Absichten des unsympathischen Dr. Crews hat man schnell durchschaut, zudem passiert in den ersten zwanzig Minuten gar nichts. Zwar gibt es zu Beginn den oblgatorischen Rückblick mit ein paar Morden aus den Vorgängern und schließlich darf ein Erzähler die Legende Jason Vorhees in Worten festhalten, dennoch ist das erste Drittel zu langatmig geworden. Bei den jungen Erwachsenen, beziehungsweise Jasons Opfer, geht es mal wieder nur darum wer mit wem, nur Nick (Kevin Spirtas) darf sich in Tina verknallen und zählt so zu den potentiellen Überlebenden.

Also dauert es ein wenig, bis Jason mit den üblichen Morden beginnt, immerhin ist der Bodycount ganz passabel und gemordet wird mit verschiedenen Werkzeugen. Ob Axt, Machete, Motorsense, Sichel, Messer oder eine Tröte, Jason zweckentfremdet viele Dinge, blutig ist die Chose aber selten, da die Tötungen nur angedeutet werden, oder gar im Off geschehen. Das oft verstümmelte Resultat gibt es auch nur in sehr kurzen Einstellungen zu sehen, Jasons Blutrausch hält sich daher in Grenzen. Die Morde wurden dementsprechend gut im Film verteilt und auch der finale Kampf gegen Jason ist ganz nett anzuschauen, Tina setzt natürlich ihre telekinetischen Kräfte ein, um Jason zu besiegen. Der sieht hier wesentlich bedrohlicher aus, als in den Vorgängern, denn er wird hier zum ersten Mal vom Stuntman Kane Hodder verkörpert. Der ist nicht nur recht groß, sondern hat auch breite Schultern und ist die bis dato beste Wahl.
Doch bei den restlichen Darstellern halten sich die Lobeshymnen in Grenzen. Außer einem solide agierenden Terry Kiser (Die Nacht der Schreie, Der Gigant) verkauft sich das Junggefolge eher unterdurchschnittlich.

Wer es noch nicht satt hat und die ersten dümpeligen zwanzig Minuten heil übersteht, der bekommt solide Slasherkost geboten, mit recht hohem Unterhaltungswert. Im Gegensatz zum deutschen Titel "Jason im Blutrausch" verlaufen die Morde recht unblutig, an den vorhandenen Effekten gibt es aber nichts zu meckern. Betrachtet man das Gesamtergebnis, so ist dies tatsächlich der schwächste Teil der Metzelreihe, dennoch immer noch im guten Durchschnittsbereich.

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