Hatte man Jason ein Jahr zuvor, nachdem er einen Film Pause hatte wiederbelebt und am Ende des Streifens gleich wieder versenkt, holte man den Kult-Killer 1988 wieder vom Grund des Crystal Lake und schickte ihn erneut auf Mördertour, „Jason im Blutrausch" sollte der mittlerweile 7. Teil der nicht tot zu kriegenden Reihe heißen.
Tina verfügt über telekinetische Kräfte, mithilfe dieser hat sie vor vielen Jahren ihren Vater im Crystal Lake unabsichtlich getötet. Nach vielen Jahren kehrt sie mitsamt persönlichem Psychiater und Mutter an den Crystal Lake zurück (die Reihe müsste mittlerweile ca. im Jahr 2015 angekommen sein) um mit den Geschehnissen von damals endlich fertig zu werden. Doch auch der irre Killer Jason Vorhees, der immer noch am Grund des Sees vor sich hin gammelt springt auf telekinetische Kräfte an und geht erneut seinem grausamen Hobby nach ...
Die Grund-Story ist noch immer die selbe, man muss Jason eben irgendwie wieder zum Leben erwecken, doch ist die Idee dies per Telekinese zu machen wirklich gelungen, es ist einfach mal was anderes und für diese recht unoriginelle Reihe ziemlich kreativ. Die Story ist leidlich interessant, die Telekinese-Thematik wird zwar teilweise etwas zu breit ausgewalzt aber als Aufhänger für Jasons Metzelei passt sie sehr gut, einzig die Love-Story wirkt unglaubwürdig und fehl am Platze. Leider ist hier der Humor, der Teil 6 so aufwertete wieder komplett verschwunden, schade, ein bisschen Selbstironie würde so gut zu diesem Film passen. Die Charakterzeichnung fällt hier verhältnismäßig sehr ausführlich aus, wobei man mit manchen Charakteren nicht wirklich etwas anzufangen weiß, was der Psychiater z. B. im Sinn hatte wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Jedoch wird der Film nie langweilig und kommt komplett ohne Längen aus, was ja das wichtigste ist. Wer stirbt und wer den Film überlebt wird auch relativ schnell klar, die meisten Charaktere werden mal wieder nur eingeführt um 2 Minuten später von Jason erledigt zu werden sie verhalten sich aber auch wie üblich zu dämlich. Das kultige Klischee, dass jeder stirbt, der etwas unmoralisches tut, gibt es natürlich auch wieder, aber was wäre den ein „Friday" ohne diese?Besonders spannend ist der Film leider nicht, die Schockmomente sitzen selten, man weiß immer wann und wo Jason zuschlägt, man sieht ihn vor allem immer schon lange vor dem Mord, sodass es so gut wie nie Überraschungen gibt. Man geht eben nach dem typischen Muster vor: Ein Teenie trifft auf Jason, kreischt eine Weile und läuft vor ihm weg, bis er irgendwann natürlich niedergemetzelt wird, das ist leider überhaupt nicht spannend, das haben andere Teile durch das Legen von falschen Fährten und durch das Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers entschieden besser hinbekommen. Immerhin ist die Camp-Atmosphäre recht nett, es ist immer dunkel, etwas neblig und es stürmt (aber es regnet und gewittert nicht, was es bisher in jedem Teil tat!). Auch war anscheinend mal etwas mehr Geld vorhanden als in den bisherigen Reihen, das Make-Up von Jason sieht beispielsweise richtig klasse und enorm aufwendig aus (er nimmt sogar kurz seine Maske ab!) , ebenso die offenliegenden Knochen von Mr. Vorhees. Die Effekte, die die telekinetischen Fähigkeiten des Mädchens mit sich ziehen sind auch nett gemacht, besonders das Finale artet so in eine tolle Zerstörungsorgie aus. Leider wurde Paramount nicht belohnt dafür, dass sie etwas mehr Geld springen ließen, die Zuschauer hatten scheinbar irgendwann genug von der Reihe, so entstand nur noch ein Teil für Paramount, danach wurde die Reihe an New Line Cinema verkauft.
Die Morde sind recht kreativ, hier wird mit den verschiedensten Werkzeugen gemetzelt (die anscheinend alle im Wald rumliegen, denn wo Jason all die Mordwerkzeuge her hat wird nie wirklich ersichtlich), sogar eine Motorsäge fährt Jason auf. Der Bodycount ist enorm, der Film wäre auch ziemlich brutal geworden, wäre da nicht die MPAA und der Wunsch nach einem R-Rating. Bisher musste fast jeder „Friday" für ein R-Rating entschärft, gekürzt oder geändert werden, doch immer blieben noch einige blutige Morde und Gewaltspitzen übrig, nicht aber in „Jason im Blutrausch", die MPAA war hier merklich strenger als in vorherigen Teilen, wirklich jeder Mord wurde brutal entschärft, sodass so gut wie kein Blut mehr fließt und die Mord entsetzlich abgehackt wirken. Das ist für den Fan sehr ärgerlich, da Jason hier so kreativ vorgeht wie noch nie, aber der Zuschauer daran nie teilhaben darf, immer nur sieht man den axtschwingenden Jason, oder es wird abgeblendet wenn Jason loslegt, das ist wirklich sehr schade, da die Morde doch das wichtigste in einem Slasher sind. Wäre schön, wenn der Film (und mit ihm alle anderen gekürzten Teile der Reihe) doch irgendwann noch in einer Unrated-Fassung erscheinen würde, das würde den Film unglaublich aufwerten.Das Finale ist wohl unbestritten das Highlight des Filmes, hier setzen Tinas telekinetischen Kräfte Jason ordentlich zu, es ist einfach erfrischend anders, was der Reihe wirklich gut tut, lief das Ende in fast jedem „Friday" bisher doch immer ziemlich ähnlich ab. Hier dagegen fährt man eine Menge guter Ideen auf und beweißt enorme Zerstörungswut, es gibt sogar eine sehr gelungene Explosion zu bestaunen. Optisch ansprechend in Szene gesetzt und angenehm spannend geraten kann das Finale absolut überzeugen. Etwas Kopfschmerzen bereitet nur der endgültige Abgang (zumindest für diesen Film) von Jason, dies geschieht viel zu plötzlich, ist absolut schwachsinnig und versaut etwas das bisher so starke Finale. Da hätte man sich echt was besseres überlegen können, nach der Explosion hätte man die Handlung gut abschließen können, das erneute Auftauchen von Jason war absolut unnötig. Haben die telekinetischen Fähigkeiten des Mädchens den übrigen Film wirklich aufgewertet müssen sie jetzt für einen absolut dämlichen Schluß-Gag herhalten, schade!
Insgesamt einer der besseren „Fridays", die Story geht in Ordnung, der Film ist unterhaltsam und wird nie langweilig, Jason rockt in diesem Teil absolut, was vor allem an Kane Hodder liegt, der einfach der beste Jason-Darsteller ist. Leider hat die MPAA den Film etwas versaut, es fließt fast kein Blut mehr, die so kreativ erdachten Morde müssen ganz ohne Härten auskommen, eine Unrated-Fassung würde den Film enorm aufwerten. Highlight des Films ist das toll inszenierte und optisch ansprechende Finale. Rundum gelungener Slasher!Von mir gibt es locker 7/10 Punkte.