Auch der siebte Teil der legendären Reihe schmälert den Kultstatus um die Person des Jason Voorhees nicht im Geringsten. Es scheint fast so, als würde jeder Fan vergeblich auf einen Teil warten, der nicht so gelungen ist. Meiner Meinung nach kann aber jeder der Filme, ich hab bis jetzt die ersten 7 gesehen, auf voller Linie überzogen. Dass sie nicht ganz so suspense-geladen sind wie viele andere Genre-Klassiker, sei verziehen und sollte jedem bewusst sein. Die Spannung ist auf jeden Fall nicht der Grund, der die "Freitag der 13."-Filme zum Kult gemacht hat. Vielmehr ist es mal wieder die unbeantwortete Frage, wann und überhaupt ob Jason einmal sterben wird. Gut, viele sagen, "Jason X" wäre nun der wirklich allerletzte, mal abgesehen von "Jason vs. Freddy", aber wer garantiert uns, dass nicht irgendwer in ein paar Jahren die Reihe doch fortsetzt? Auch die Innovationen Jasons, was die Morde angeht, sind gute Unterhaltung, wenn diese auch nicht allzu blutig und brutal ausfallen wie in manch anderen Teilen der Reihe.
Als ich die Story zu "Freitag der 13. - Jason im Blutrauch" gelesen habe, war ich zuerst nicht unbedingt so überzeugt, ob er an seine Vorgänger anknüpfen kann, da ich nicht unbedingt Fan von Filmen bin, die über Telekinese handeln. Nicht nur das schmälerte meine Erwartungen, sondern auch die Tatsache, dass Filme mit ähnlichen Elementen auch schnell mal nach hinten losgegangen sind. Ich denke da nur an "Rhea M.", den ich persönlich zwar noch nicht gesehen habe, aber in Anbetracht dessen, dass ich noch keine einzige postive Kritik über ihn gelesen oder gehört habe, wird dem auch so sein. Die Umsetzung des Ganzen in "Freitag der 13. - Jason im Blutrausch" ist aber sehr gelungen und auch verdammt unterhaltsam, zählt der Teil wohl zu den spannendsten und kurzweiligsten der ganzen Reihe. Im Vorspann bekommt der Zuschauer erst noch seine Erinnerungen aufgefrischt, indem ihm einige Morde aus den Vorgängern aufgetischt werden, die schildern sollen, dass Jason so gut wie unbesiegbar ist, auch wenn man sich seines Sieges zu 100 % gewiss ist. Danach wird der Zuschauer allmählich in die Story eingeweiht, die hauptsächlich von Tina handelt, ein ca. 18-jähriges Mädchen, das einst im Urlaub an einem See, in dem auch Jason Voorhees in Unwissenheit Tinas und derer Familie noch immer festgekettet am Grund liegt, mitansehen musste, wie ihr Vater starb. Da sie damals unmittelbar vor dem Tod ihres Vaters mit jenem gestritten und wuntentbrannt geschrien hat, dass er doch sterben soll, plagen Tina seit dem Gewissensbisse und Schuldgefühle. Bald erfährt man, dass Tina und ihre Mutter wieder an den See von damals zurückkehren, da dort ein Arzt Tinas deren Fähigkeit zur Telekinese, die besagt, sie kann in die Zukunft sehen und Gegenstände willkürlich durch ihre Gedanken bewegen, untersuchen möchte. Dass der Arzt jedoch böse Absichten hat, ist da noch niemandem bekannt, aber eines Abends, als Tina und der Arzt streiten, da dieser sie dazu zwingt, eine Streichholzschachtel zu bewegen, rennt Tina an den See und erweckt aus Versehen Jason wieder zum Leben. Dem kommt eine Party, die ganz in der Nähe in einem Haus stattfindet, natürlich recht, um seine blutigen Gedanken in die Tat umzusetzen. Tina und Nick, einer der geladenen Gäste, stellen sich dem Ungeheuer...
Wie gesagt, obwohl ich überzeugter "Freitag der 13."-Fan bin, war ich überrascht, nachdem ich den siebten Teil gesehen habe, da er wirklich totale Kurzweile bietet. Zudem bietet er irgendetwas Unheimliches. Ich kann zwar nicht sagen, wieso dem so ist oder wer oder was dafür verantwortlich ist, dennoch wirkt der Teil weitaus düsterer. Jason macht einen sehr kaltblütigen Eindruck. Das war natürlich in den vorherigen Filmen genauso, nur in "Jason im Blutrausch" wird wirklich besser dargestellt, mit welcher Lust und Sinnlosigkeit Jason den unschuldigen Jugendlichen nach dem Leben trachtet. Die Mordsequenzen sind zwar allesamt nicht besonders lang, aber genau das ist ja der Punkt, aufgrund dessen die Kaltblütigkeit unterstrichen wird. Jason ist nicht gewillt, irgendwelche Spiele mit seinen Opfern zu treiben, er will sie nur töten und das so schnell wie möglich. Nicht dass ich das unterstütze, aber in den "Freitag der 13."-Filmen ist das ja bekanntlich so, sonst würde er von den pädagogischen Instanzen als nicht so schädlich, jugendgefährdend und menschenverachtend angesehen werden. Von der gezeigten Brutalität also liegt "Jason im Blutrausch" trotz des reißerischen Titels etwas hinter manch anderen Vorgängern, vor allem natürlich Teil 3 und 4.
Handwerklich ist der Film auch sehr gelungen, er macht einen etwas seriöseren Eindruck als fast alle Vorgänger. Die Schauspieler machen das, was von ihnen verlangt wird, sie sind sexsüchtig und schreien dann und wann mal, während sie hilflos ihrem sicheren Tod ins Auge schauen. Ich freu mich natürlich schon auf die Teile 8-10, die ich mir demnächst alle zulegen und ansehen werde.
Von "Jason im Blutrausch" ist natürlich vor allem die ungeschnittene Paramount DVD zu empfehlen, auch wenn sie wirklich gar keine Extras zu bieten hat. Sie hat aber brillante Bild- und eine erträgliche Tonqualität zu bieten, wodurch sich die DVD schon alleine zu kaufen lohnt. 8/10 Punkte