Der Titel des nunmehr siebten Teils der "Freitag der 13."-Reihe bescheinigt uns einen im Blutrausch befindlichen Jason. Nun ja, das wäre an sich ja nichts Neues, und prinzipiell folgt auch dieser Filme dem Schema F(reitag) getreu von dem Teenies-beziehen-Haus-am-Crystal-Lake-Anfang bis zu dem Auftritt der Feuerwehr und Ambulanz am Ende. Zwischen den beiden Gegenpolen gibt es Geschnetzeltes á la Jason as usual.
Doch um den Fans, und letzten Endes ist ein "Freitag der 13."-Film auch nur für die wirklich diskutabel, auch mal was Neues zu bieten, suchten die Produzenten einen würdigen Gegenspieler für Jason. Aufgrund von rechtlichen Problemen kam ein Kampf zwischen den Serienhelden Jason und Freddy Krueger nicht zustande, also orientierten sich die Drehbuchbeauftragten an Brian De Palmas "Carrie" von 1976, und fügten in die Standardstory eine völlig neue Figur ein. Tina Shepard, ein telekinetisch veranlagter Blondschopf, die per Augenzwinkern den am Boden vom Crystal Lake festgemachten Jason zu Tage fordert, und es noch nicht einmal mitkriegt.
Dabei wollte sie doch nur ihrem Vater helfen, den sie vor Jahren als kleines Kind die Pest an den Hals gewünscht hat, und ihn aufgrund ihrer unkontrollierten, übersinnlichen Fähigkeiten ertrinken ließ. Schuldgefühle bringen sie, ihre Mutter und ihr Psychiater an die Schaubühne von Mr. Voorhees, wo sich allerdings bereits - wie könnte es anders sein - ein Haufen paarungswilliger Jugendlicher breit gemacht hat. Sind erstmals alle potenziellen Opfer versammelt, kriegt auch Jason grünes Licht zum Machete-schwingen und Elektrosäge-stechen.
Die Idee einer übersinnlichen Gegenspielerin ist an sich okay, revolutioniert die Reihe wenig bis gar nicht. Alte Klischees und Stilmittel werden aufgewärmt, gebraucht und verbraucht. Und auch die Zusammensetzung der Teenager entbehrt auch jeglicher Originalität. Von der kleinen Unscheinbaren, die so gerne mal einen Jungen abkriegen wollen, über die kalkulierende Zicke, die nur die armen Jungs abschleppen will, bis hin zum herzensguten, breitschultrigen Softie, der versucht unsere Heldin zu retten - sie sind alle wieder mit dabei.
Während Drehbuch, Kamera, Musik verzweifelt versuchen jegliche Neuerungen und Überraschungen zu vermeiden, ist höchstens das aktualisierte Jason-Design erwähnenswert. Der Stuntman Kane Hodder, dessen Statur und Beweglichkeit sehr gut zu seiner Schreckensfigur passt, steckt hier in einem völlig verrotteten, Ketten-behangenen Kostüm, das diesmal sogar sein wahres, sehr unmenschliches Gesicht hinter der Hockeymaske offenbart.
Ansonsten kann man wenig wirklich Gutes über "Jason im Blutrausch" sagen. Der gescheiterte Versuch die Serie aufzupäppeln kann zwar positiv vermerkt werden, ist aber faktisch gescheitert. Für Freunde der Reihe sicherlich einen Blick wert, der Jason-uninteressierte Zuschauer sollte sich den Blutrausch ersparen.