Dolls
Stuart Gordon (Regisseur solch, teils recht "heftiger" Horror-Streifen, wie: "Re-Animator", oder "From Beyond") bescherte uns 1986 mit "Dolls" einen Film der mal so ganz anders ist, als seine bisherigen (o.g.) Werke. "Dolls" kommt mehr wie ein "Märchen" daher, verzichtet aber nicht auf auf durchaus gepflegte (teils auch recht derbe) Schock-Effekte.
Womit wir bei der Geschichte wären, die uns dieser phantasievolle Film denn so zu erzählen vermag:
Mr. und Mrs. Bower suchen, in einer stürmischen Gewitternacht mit ihrer kleinen, aber gehaßten (Stief)-Tochter: Judy, unterschlupf in einem alten, abgelegenen Landhaus. Bewohnt wird das große Gemäuer von dem älteren Puppenmacher-Ehepaar, den Hartwickes, die der (vermeintlich, "glücklichen") Familie die Übernachtung in ihrem Haus gewähren, bis das Gewitter vorüber ist.
Dazu gesellen sich dann noch 2 Rockerinnen (also die weibliche Form eines "Rockers", also so ein Typ in dunklen Lederklamotten, so "Motorrad-Gang mäßig" eben; oder anders: die frühe Form von "Madonna", etwa mitte der 80'er Jahre), und ein dicklicher Kerl Namens Ralph, der die beiden "Trullas" irgendwo auf der (Land-) Straße aufgegabelt hat.
Die beiden Rockerinnen machen sich denn mal auch nichts aus der Gastfreundschaft der Hartwickes, und versuchen die "Alten" um ihren "Plunder" zu erleichtern (sprich: die gehen auf Diebestour, auf der Suche nach "Wertvollem").
Ein fataler Fehler, wie sich wenig später herausstellen wird.
Denn die überall im Haus verteilten Puppen des alten Ehepaares veranstalten des Nachts überaus blutige Spielchen mit den ungebetenen Gästen. Nur die kleine Judy kommt zusammen mit dem kindlich, naiven Ralph hinter das schreckliche Geheimnis der Puppenmacher...
"Gähn", höre ich jetzt bestimmt aus irgendeiner der hintersten Reihen ("halt' die Klappe da hinten !"); aber mitnichten:
"Dolls" hat z.T. recht derbe Schock-Effekte, wodurch die FSK-Freigabe ab 18 durchaus gerechtfertigt ist (und sowas kommt von mir; also ich muss mich schon selbst über mich wundern...).
Als da wären:
-zuckende Blitze,
-lange, düstere Gänge in dem verfallenen, alten (Spuk) Haus,
-ein kleines Mädchen ganz allein mit den grausamen Puppen,
-diverse (und ja, auch blutige) Morde an den ungebetenen Gästen,
-eben schaurig, schöne "Grusel"-Atmosphäre
Also wenn das keine "Zutaten" für einen "unterhaltsamen" (in MEINEM Sinne !) Horror-Streifen sind, dann weiß ich auch nich' ...
- OK, es fliegen keine "Gedärme" durch die Gegend, was man ja sonst von Herrn ("Re-Animator") Gordon erwartet.
Eher im Gegenteil:
Wie ich Eingangs schon sagte, ist dieser Film mehr wie ein Märchen aufgemacht. In etwa so wie z.B.: "Zeit der Wölfe", aber doch wesentlich "härter" (also nix für Kinder) !
Ansonsten erinnert mich "Dolls" eher an so Filme wie (natürlich) "Chucky", "Puppet Master" oder besser noch: "Poltergeist", wo das kleine Mädchen ("Caroll Ann"), auch als einziges zu wissen scheint, was (wirklich) passiert (bis es zu spät ist).
Der Film hat zwar eine "nich' sooo pralle" Story, aber durchaus eine düstere "Spuk"-Atmosphäre, und schöne Mord-Szenen, die den Film zumindest in die Reihe sehenswerter Horror-Filme bringen.
- OK, den Puppen sieht man die "Stop-Motion"-Technik* an, aber:
Hey, welcher Film aus den 80'ern (oder davor) konnte sowas schon besser (und OHNE "CGI" !) darstellen ?!
*Verfahren, bei der jede Bewegung als einzelnes Bild, Schritt für Schritt aufgenommen wird, bis die komplette Bewegung aus hunderten von Einzelbildern entsteht (vgl. "King Kong", "Gozilla", "Puppet Master", oder "Wallace & Grommit").
Fazit:
Horrorfilm-Fans sollten sich den Film wenigstens mal ansehen, denn der gehört auch "irgendwie" dazu.
- Auch wenn das nicht gerade der "Über"-Horror-Streifen ist, so hat er doch zumindest eine (vernünftig) zusammenhängende Geschichte (was ja auch keine "Selbstverständlichkeit" in diesem Genre ist), die mit ordentlich Spannung (und JA, auch Blut !) erzählt wird.
Für einen "schaurig-schönen" (Grusel) Abend (oder besser: Nacht) reicht die DVD allemal, und die Bild-/Ton-Qualität ist spitze (für so einen "alten" Film).