Review

kurz angerissen*

Mit dem Moment, als der Wagen einer ziemlich kaputten Kleinfamilie auf der Durchreise im Schlamm stecken bleibt und im Hintergrund wie gerufen die einladende Fassade eines Anwesens zum Vorschein kommt, entpuppt sich „Dolls“ als eine Ansammlung kleiner funktionaler Konstrukte, die für sich genommen sehr gut funktionieren. Man darf folglich außergewöhnliche Puppeneffekte erwarten, die mal auf animatronischen Tricks basieren, mal auf Stop Motion; man bekommt einen Haufen stereotyper Klischeefiguren, wegen derer die 80er derzeit wieder Fans gewinnen; außerdem ist das Innere der düsteren Villa mit ihren dunklen Tapeten und geheimnisvollen Zimmern hochgradig atmosphärisch in Szene gesetzt. Jede Szene wird zu einem kurzen Sketch für sich aufgebauscht und endet wahlweise in einer komischen oder auch blutigen Pointe. Zusammenhanglos treffen die unterschiedlichsten Figuren (insgesamt sechs an der Zahl) im Heim eines dubiosen alten Ehepaars ein, jede von ihnen ganz in die persönlichen Probleme vertieft.

Aus dieser ruhelosen, von gegenseitiger Ignoranz gelenkten Zusammenkunft heraus beginnt die kleine Protagonistin mit einem jung gebliebenen Begleiter also die Flure und Zimmer zu erkunden. Dass aus den Streifzügen letztlich kaum die Magie anderer aus den Augen von Kindern gedrehter Filme strahlt, liegt auch daran, dass die im Einzelnen stimmig arrangierten Sequenzen kaum zueinander finden. Hintergründe und Motivation des alten Paars bleiben bis zum Ende im Dunkeln verborgen und die Mythologie um die winzigen Quälgeister aus Holz und Porzellan bleibt über den Abspann hinaus skizzenhaft.

Kein Wunder also, dass die Handwerkskunst in „Dolls“ weit größeres Erstaunen hervorruft als der inzwischen beinahe vergessene Film selbst. Misst man ihn nämlich an den Produktionswerten, so kann er namhafteren Miniature-Creature-Features wie „Gremlins“ durchaus das Wasser reichen...

*weitere Informationen: siehe Profil

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